
Schulen galten lange als Orte der Sicherheit, wo Kinder unbeschwert lernen und Lehrkräfte ihre Arbeit machen konnten. Doch die Realität in Deutschland sieht zunehmend anders aus. Die Zahl der Kriminalfälle an Schulen steigt.
Gewalt an deutschen Schulen wird immer mehr zum bundesweiten Problem. Denn inzwischen reichen die Vorfälle von Messerattacken unter Schülerinnen und Schülern bis zu Übergriffen auf Lehrkräfte und Einbrüchen in Schulgebäude. Deshalb führen deutsche Schulen eine neue Maßnahme ein.
Kriminalität an deutschen Schulen: Angriffe betreffen auch Lehrkräfte
Die Zahl der Kriminalfälle an Schulen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Polizei registrierte 2024 bundesweit rund 7.243 Gewaltverbrechen an Schulen. Das sind im Schnitt fast 100 Vorfälle pro Tag. Auch in anderen Bundesländern zeigen die Polizeistatistiken eine besorgniserregende Entwicklung, denn vor allem Gewalt unter Kindern und Jugendlichen sorgt für Schlagzeilen. Messer werden dabei immer häufiger eingesetzt.
Aber nicht nur Schüler sind betroffen: Lehrkräfte berichten von mehr psychischen Angriffen, Beleidigungen oder sogar körperlichen Attacken. Innerhalb von fünf Jahren hat die Zahl der physischen Übergriffe auf Lehrkräfte um ein Drittel zugenommen, Cybermobbing hat sich fast verdoppelt. Hinzu kommt ein starker Anstieg politisch motivierter Straftaten an Schulen. Rechtsextreme Schmierereien oder Parolen auf Pausenhöfen nehmen zu.
Kriminalität im Klassenzimmer: Deutsche Schulen führen neue Maßnahme ein
Die Zahl der Gewalttaten an Schulen in Nordrhein-Westfalen wächst. Für Lehrkräfte, Eltern und Schüler wird Aggression im Klassenzimmer und auf dem Pausenhof jedoch immer häufiger zur Realität. Um gegenzusteuern, haben Innenminister Herbert Reul und Schulministerin Dorothee Feller in Düsseldorf ein neues Präventionskonzept vorgestellt. Unter dem Titel „miteinander.stark.sicher – gemeinsam für eine gewaltfreie Schule“ sollen Schulen und Polizei künftig enger zusammenarbeiten. Das Programm basiert auf drei Schwerpunkten. Lehrkräfte sollen in speziellen Deeskalationstrainings lernen, Konflikte frühzeitig zu erkennen und entschärfen zu können. Unterstützt werden sie dabei durch kompakte Infokarten und eine digitale Auftaktveranstaltung.
Gleichzeitig rücken auch Schülerinnen und Schüler stärker in den Fokus: Polizisten gestalten künftig Unterrichtsstunden in siebten Klassen, in denen es um gewaltfreies Miteinander geht – auch das Thema Messerangriffe wird dort offen angesprochen. Ergänzt wird das Konzept durch eine sichtbare Polizeipräsenz in den Pausen, allerdings nicht in Form von Kontrollen, sondern durch Gespräche auf Augenhöhe. So sollen Vertrauen geschaffen und klare Ansprechpartner für Jugendliche etabliert werden. Schon Ende dieses Jahres startet eine Pilotphase an 20 Schulen in zehn Kommunen – darunter Düsseldorf, Köln, Bochum, Bielefeld und Duisburg.














