
Seit Jahresbeginn mussten Tausende Menschen durch die Hitze ihr Leben lassen. Nach dieser menschlichen Katastrophe sollen bald bundesweite Regeln kommen. Bereits ab dem nächsten Sommer sollen sie greifen.
Während der Sommer hierzulande immer brachialer zuschlägt, geraten die bisherigen Strukturen an ihre Grenzen. Die Politik steht deshalb unter enormem Zugzwang, um den fatalen Folgen der Hitze künftig einen Riegel vorzuschieben.
Tausende Tote: Hitzewelle fordert Tausende Menschenleben – unnötig, sagen Experten
In Deutschland sind in diesem Jahr bis Mitte Juli bereits geschätzt rund 9.800 Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben. Wie aus dem aktuellen Wochenbericht zur hitzebedingten Sterblichkeit des Robert Koch-Instituts hervorgeht, übersteigt diese Zwischenbilanz bis zum 13. Juli schon jetzt die Werte jedes einzelnen vollen Kalenderjahres seit 2016. Zum Vergleich: Im bisherigen Rekordjahr 2018 wurden im gesamten Jahresverlauf rund 8.900 Hitzetote verzeichnet.
Mehr als 5.000 Todesfälle – und damit über die Hälfte der bisherigen Opfer – gehen allein auf die extreme Hitzewelle in der zweiten Junihälfte zurück, bei der vielerorts Temperaturen um die 40 Grad gemessen wurden. Bislang gibt es keine einheitlichen Regelungen in Deutschland, um mit einer solchen extremen Hitze fertig zu werden und den Bürgern schnellen Zugang zu Hilfe zu ermöglichen. Das soll sich jedoch ändern.
Bundesweite Regeln sollen kommen: Das plant die Regierung für den nächsten Sommer
Die Bundesregierung plant aufgrund der historisch hohen Zahl an Hitzetoten, bis zum nächsten Sommer einen umfassenden nationalen Hitzeaktionsplan umzusetzen. Ziel des Vorstoßes von Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth aus der SPD ist es, die bislang zersplitterten und oft unverbindlichen Maßnahmen der einzelnen Bundesländer und Kommunen zu bündeln. So will man deutschlandweit einheitliche Mindeststandards und Regeln schaffen. Ähnlich wie in Frankreich sollen Wetterdienste, Gesundheitsbehörden, Kommunen, Krankenhäuser und Pflegeheime nach einem abgestuften, bundesweit einheitlichen Alarmplan zusammenarbeiten.
Das Erreichen bestimmter Temperatur-Warnstufen soll künftig automatisch konkrete Schutzvorkehrungen in betroffenen Regionen auslösen. Zum Beispiel will man zusätzliches Personal aktivieren oder gezielte Hilfsanrufe bei Alleinlebenden organisieren. Da der Hitzeschutz bislang Ländersache ist, will die Bundesregierung nun eine Grundgesetzänderung auf den Weg bringen. Dadurch soll der Bund das Recht erhalten, den Kommunen und Ländern langfristig und rechtssicher Milliarden für Klimaanpassungen bereitzustellen. Dazu zählen insbesondere Klimaanlagen für soziale Einrichtungen, Trinkbrunnen oder Stadtbegrünung.
(Quellen: bundesregierung.de, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














