Nach Insolvenz: Hunderte Arbeiter müssen gehen

Ein großes Betriebsgelände an einem hellen Tag aus der Vogelperspektive. Mehrere kleine und große Gebäude und verschiedene Fahrzeuge auf dem Betriebsgelände sind zu sehen.
Symbolbild © imago/Rainer Weisflog

Jetzt gibt es offenbar kein Zurück mehr: Hunderte Arbeiter müssen gehen, weil eine bekannte Hotelkette in der Insolvenz gelandet ist. Doch es gibt scharfe Kritik für das Vorgehen, denn für viele Betroffene kommt der Schritt wohl überraschend. Das steckt wirklich hinter dem Geschehen.

Mit dieser dramatischen Wendung hatte die Belegschaft wohl nicht gerechnet: Nach der Rettung kommt plötzlich die Kündigung der Angestellten. Die Details.

Hotelkette insolvent: Zahlreiche Arbeiter müssen überraschend gehen

Sinkende Umsätze, Insolvenzen, Schließungen ‒ bereits seit der Coronapandemie kämpft das Gastgewerbe in Deutschland mit großen Problemen. Auch große, namhafte Unternehmen bleiben nicht verschont, wie ein aktuelles Beispiel verdeutlicht. Trotz der Rettung müssen nun offenbar zahlreiche Mitarbeiter gehen. Das bleibt nicht folgenlos: Es gibt viel Kritik und den Vorwurf der Intransparenz. Der betroffene Hotelbetreiber musste für einige Tochtergesellschaften offiziell Insolvenz anmelden.

Deshalb warnt die Verbraucherzentrale Hessen Individualreisende vor einer übereilten Vorauszahlung bei einer Hotelbuchung. Ist das Hotel pleite, gehen Betroffene später oftmals leer aus. Hintergrund der Branchenkrise sind nicht nur die gestiegenen Lohnkosten, sondern auch hohe Ausgaben und Verpflichtungen hinsichtlich der Mieten und Pachtverträge. Hinzu kommt die Zurückhaltung der Gäste, die Übernachtungen in teuren Zeiten seltener buchen oder auf preiswertere Alternativen umsteigen.

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Dieses Unternehmen steckt hinter der Entscheidung

Bei der zahlungsunfähigen Revo Hospitality Group trieb unter anderem die Expansion die Kosten hoch. Doppelte Strukturen belasteten das Unternehmen finanziell, während die Buchungszahlen weit hinter den Erwartungen zurückblieben. Zwar kündigte der indische Großinvestor Prism an, 24 deutsche Hotels zu übernehmen und den Betrieb fortzuführen. Doch kurz nach dieser Nachricht kam das böse Erwachen für die Belegschaft: Rund 500 Angestellte wurden überraschend gekündigt.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ist mit dem Vorgehen nicht einverstanden, kritisiert es scharf und rät Mitarbeitern, ihre Rechte zu prüfen. Nach Meinung der Arbeitnehmervertreter nutzte das Management das Verfahren lediglich aus, um gesetzliche Kündigungsfristen zu verkürzen und Personal schnell abzubauen. Der Hotelbetrieb läuft inzwischen weiter, doch für die betroffene Belegschaft beginnen wohl unsichere Zeiten mit der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz.

(Quellen: Nahrung-Genuss-Gaststätten, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)