Nach Lahmacun und Huhn: Weitere Massenvergiftung in Istanbul

Ein Stand auf einer belebten Straße oder einem Bazar in Istanbul, an dem ein Mann geröstete Kastanien und Maikolben verkauft. An den anderen Verkaufsständen gibt es andere Dinge wie Gewürze oder Backwaren.
Symbolbild © imago/Zoonar

In der türkischen Metropole Istanbul häufen sich seit Monaten Todesfälle. Immer wieder kommen Menschen mit Symptomen einer Vergiftung ins Krankenhaus. Ob Einzelfälle oder Massenvergiftung – viele Betroffene sterben kurze Zeit später.

Istanbul ist für Millionen Menschen weltweit ein beliebtes Reiseziel. Die aktuelle Nachrichtenberichterstattung über Vergiftungen und mehrere Tote dürfte dem Türkei-Urlaub jedoch eine bittere Note verleihen und Sicherheitsfragen aufwerfen.

Istanbul: Die Zahl der Toten steigt

Bereits im vergangenen Jahr ist eine Austauschstudentin aus Deutschland in Istanbul ums Leben gekommen. Nach ersten Angaben habe es sich dabei um die Folgen einer Lebensmittelvergiftung gehandelt. Seit August 2025 liegt ein forensischer Bericht vor, demzufolge erlag die Studentin einer chemischen Vergiftung durch Pestizide, die in der Nachbarwohnung nicht fachgemäß eingesetzt wurden. Vor wenigen Tagen starben eine Frau, ihr Mann und ihre beiden Kinder aus Hamburg ebenfalls infolge einer Pestizidvergiftung. Kurz darauf verstarb der Inhaber eines Logistikunternehmens aus Hof, der ein Hotel im selben Stadtteil bewohnte.

Zwei Schwestern aus den Niederlanden sind mit identischen Symptomen in ein Krankenhaus in Istanbul gebracht worden. Die ältere der beiden durfte das Krankenhaus schon wieder verlassen. Die Vergiftungswelle beschränkt sich offenbar nicht nur auf die Stadt, sondern betrifft auch die umliegende Provinz. Sieben Menschen, darunter ein Baby, mussten mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus. Und wieder soll ein unsachgemäßer und zu hoch dosierter Einsatz von Pestiziden die Ursache sein.

Lesen Sie auch
Besondere 2-Euro-Münze ‒ Besitzer fordern bis zu 1.400 Euro

Weitere Massenvergiftung mitten in Istanbul

Dass manchmal tatsächlich das Essen an Übelkeit und Erbrechen schuld ist, zeigen andere, erschreckende Fälle aus Istanbul. Ebenfalls im August landeten ein Vater und seine beiden Söhne mit Verdacht auf Lebensmittelvergiftung im Krankenhaus. Nur der Vater überlebte. Unklar ist bislang, ob dies wirklich die Todesursache war. Am Abend des 21. November landeten 25 Gäste nach dem Verzehr von Lahmacun in einem Restaurant der türkischen Großstadt mit Anzeichen einer Vergiftung im Krankenhaus. Ersten Ermittlungen zufolge hatte das Lokal keine gültige Betriebserlaubnis. Derzeit seien alle 25 Patienten stabil.

Eher an diesem Tag erwischte es 14 Schüler in der Nachbarprovinz Kocaeli. Diese aßen zu Mittag ein Hühnchengericht in der Schulkantine. Kurz darauf sollen sie über enorme Übelkeit geklagt und sich erbrochen haben. Auch der Zustand der Schüler sei unterdessen stabil.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa)