
Das nächste große Beben trifft die deutsche Wirtschaft. Nach über 100 Jahren ist dieser deutsche Traditionsbetrieb insolvent. Die Hintergründe sind kompliziert, doch es gibt Hoffnung für die Zukunft.
Kaum ist die eine schlechte Nachricht verklungen, kommt schon die nächste um die Ecke. Ein deutscher Traditionsbetrieb ist nach über 100 Jahren insolvent. Niemand hätte damit gerechnet, dass auch dieses Unternehmen ins Straucheln geraten würde.
Kunstvoll bemalte und feine Keramik
Porzellan ist ein feines Keramikmaterial, das durch seine weiße, milchige Farbe und glatte Oberfläche besticht. Die Chinesen erfanden es vor mehr als 1.200 Jahren und später in Europa wurde das Porzellan dann zu einem Symbol für feines Tischgeschirr. Das Besondere an Porzellan ist seine Härte und Tragfähigkeit. In der Herstellung werden fein gemahlene Tonerden, Feldspat und Quarz bei hohen Temperaturen gebrannt. Porzellan wird zudem oft kunstvoll bemalt oder mit Gold- oder Silbereinlagen verziert, wodurch es zu begehrten Sammlerobjekten und luxuriösen Haushaltsgegenständen wird. Heutzutage gibt es Porzellan in vielen Formen, von feinen Teekännchen über Teller und Tassen bis hin zu dekorativen Skulpturen. Die ersten Traditionsunternehmen rund um Porzellan in Deutschland entstanden im 18. Jahrhundert.
Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit
Alois Rödl und Max Metzel gründeten 1909 das Unternehmen, das damals als Könitzer Porzellanfabrik, Rödl & Metzel GmbH, auftrat. In Könitz, einem Ortsteil der Gemeinde Unterwellenborn, nahm das Unternehmen mit vier Rundöfen den Betrieb auf. Die ersten Produkte wie Tassen, Kaffeebecher, Schüsseln und Teesets fanden überwiegend Abnehmer in England. Doch bereits im Jahr 1912 war der Bedarf so groß, dass die Erweiterung des Traditionsbetriebs erfolgte. Nach dem Austritt von Alois Rödel firmierte sich das Unternehmen ab 1914 um in die Könitzer Porzellanfabrik, Gebrüder Metzel. Durch ein angepasstes Firmenkonzept gelang es in den folgenden Jahrzehnten, zahlreiche Märkte zu erschließen.
Am 3. November 2025 eröffnete das Amtsgericht Gera wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung des deutschen Traditionsbetriebs Könitz Porzellan GmbH das Insolvenzverfahren. Dabei ordnete das Gericht die Eigenverwaltung an und bestellte einen Sachverwalter. Diesen Schritt begründete das Unternehmen damit, dass ein früherer Geschäftspartner in Frankreich zunächst Schadenersatz in sechsstelliger Höhe zugesprochen bekommen habe. Obwohl dieses Urteil angefochten werde und noch nicht rechtskräftig sei, sei durch die Franzosen eine Kontenpfändung erfolgt. Um nun einen Geldabfluss ins Ausland zu verhindern, habe man die Insolvenz beantragt. Währenddessen arbeiten die rund 100 Beschäftigten wie gewohnt weiter. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich diese Situation schnell klärt.
(Quellen: Insolvenzregister, dpa)














