Nach über 120 Jahren: Traditionsbrauer steht vor der Insolvenz

Unzählige braune Glasflaschen werden in der Abfüllanlage in einer Brauerei mit Bier befüllt und für den Verkauf verpackt. Eine Kult-Brauerei muss nun Insolvenz anmelden.
Symbolbild © istockphoto/Nordroden

Bier zählt zu den Lieblingsgetränken der Deutschen. Besonders im Sommer werden jedes Jahr große Mengen verkauft. Ein Hersteller scheint hiervon nicht zu profitieren. Der Traditionsbrauer steht vor der Insolvenz.

Bier gehört für viele Deutsche vor allem zum Sommer. Doch die Herstellung wird kostenintensiver. Ein Traditionsbrauer steht vor der Insolvenz.

Beliebtes Getränk: So viel Bier wird in Deutschland getrunken

Gerade im Sommer, beim Grillen oder im Fußballstadion gehört Bier für viele Bürger dazu. Im Jahr 2024 ist der Bierabsatz in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr allerdings nach Daten des Statistischen Bundesamts um 1,4 Prozent gesunken, was einem Rückgang von etwa 119,4 Millionen Litern entspricht. Trotz der Fußball-Europameisterschaft als Großereignis hält der langfristige Trend sinkender Absatzzahlen an. Im Vergleich zu 2014 verkauften die Hersteller 13,7 Prozent weniger Bier.

Auch Biermischungen verzeichneten einen Absatzrückgang von 4,6 Prozent. Sie machten 4,7 Prozent des gesamten Bierabsatzes aus. Saisonale Schwankungen sind für den Biermarkt typisch. Zum Beispiel treten höhere Verkaufszahlen im Frühjahr und Sommer und ein darauffolgender Rückgang in Herbst und Winter fast jedes Jahr ein.

Traditionsbrauer steht vor der Insolvenz: Das sind die Hintergründe 

Lesen Sie auch
Notbetreuung droht: Grippe-Welle grassiert in deutschen Kitas

Beim Lieblingsbier gehen die Meinungen erfahrungsgemäß auseinander. In Deutschland gehört die Radeberger Gruppe mit einem jährlichen Absatz von 10,8 Millionen Hektolitern, darunter Marken wie Jever, Schöfferhofer Weizen und Berliner Pilsner, zu den größten Brauereien und Favoriten. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die  AB InBev Gruppe mit bekannten Biermarken wie Beck’s und Franziskaner sowie Bitburger auf dem dritten Platz. Erst kürzlich machte ein Ungeziefer Biergärten zu schaffen.

Nun trifft es auch einen Hersteller. Die traditionsreiche Brauerei Carl Betz aus Celle, bekannt für ihr „Celler Bier“, musste nach 132 Jahren aufgrund sinkender Umsätze Insolvenz anmelden. Als Grund gibt das Unternehmen an, dass der Bierkonsum in Deutschland seit Jahren rückläufig ist. Trotz hauseigener Veranstaltungen wie der jährlichen Brauhof-Fete konnte der Hersteller die Umsatzeinbußen nicht kompensieren. Das Insolvenzverfahren soll im Februar 2026 eröffnet werden. Die Agentur für Arbeit stellt zwischenzeitlich Bezüge für Mitarbeiter. Die Brauerei ist ein familiengeführtes Unternehmen, das bis in das Jahr 1893 zurückreicht und ursprünglich Röstmalzbier zur Farbgebung dunkler Biere für größere Brauereien produzierte.

(Quellen: Insolvenzregister, dpa, Statistisches Bundesamt)