Nach über 150 Jahren: Traditionsbetrieb landet in der Insolvenz

Auf einem Tisch, der aussieht, als würde er aus einer Kork- oder Holzunterlage besteht, liegt ein schwarzer Stempel, mit der Schrift "Insolvenz". Daneben wurde das Wort bereits einmal in Rot gestempelt. Darüber liegen zwei Büroklammern.
Symbolbild © istockphoto/style-photography

Ein Traditionsbetrieb, der bereits seit über 150 Jahren existiert, landet in der Insolvenz. Ausgerechnet vor Weihnachten erreicht die Mitarbeiter diese schlechte Nachricht. Sie blicken in eine unsichere Zukunft.

Vor Weihnachten bekommen die Mitarbeiter eines Traditionsbetriebes eine schlechte Nachricht, denn er landet in der Insolvenz. Nach über 150 Jahren steht dem Unternehmen nun eine unsichere Zukunft bevor.

Anzahl der Insolvenzen steigt weiter an: „Noch kein Ende in Sicht“

Schaut man sich die Statistiken an, gibt es zwar einen Rückgang der Insolvenzen im Vergleich zu 2023 und 2024. Doch im Vergleich zu den vorherigen Monaten stieg sie wieder um 12,5 Prozent an. Immer mehr Unternehmen fallen der schwierigen Wirtschaftslage zum Opfer. Und noch ist keine Rettung seitens der Politik in Sicht. Die Firmenchefs haben der amtierenden Bundesregierung bereits klargemacht, dass sie in Deutschland so nicht mehr weitermachen können. Zwar hat Bundeskanzler Friedrich Merz Änderungen versprochen, um die mittelständischen Unternehmen langfristig zu entlasten. Doch bislang ist nichts passiert. Und laut Experten ist damit auch noch kein Ende der steigenden Insolvenz-Zahlen in Sicht.

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Nach über 150 Jahren: Traditionsbetrieb steht auf wackeligen Beinen

Nach 160 Jahren auf dem Markt muss jetzt ein Traditionsbetrieb den schwierigen Weg gehen und Insolvenz beim zuständigen Amtsgericht in Ulm anmelden. Die gute Nachricht ist, dass die Mocopinus GmbH & Co. KG den Antrag in Eigenverwaltung gestellt hat. Das bedeutet, die Geschäftsführung behält die bisherigen Aufgaben, bekommt jedoch einen Insolvenzverwalter zur Seite gestellt. Durch das Überbrückungsgeld sind auch die Löhne und Gehälter der Angestellten für die nächsten drei Monate gedeckt.

Um ihre Zukunft bangen jedoch ca. 270 Mitarbeiter an drei unterschiedlichen Standorten. In Um sitzt die Verwaltung, in der rund 30 Menschen arbeiten. In Karlsruhe liegen mit 180 Angestellten und in Ammelshain mit ca. 60 Beschäftigten die beiden Produktionsstandorte. Derzeit laufen alle drei Standorte wie gewohnt weiter. Und dies soll erst einmal so bleiben, bekräftigen die Verantwortlichen. Der Traditionsbetrieb, der auf Holzfassaden, Terrassen und Innenausbau spezialisiert ist, will die Chance nutzen und sich für die Zukunft wettbewerbsfähig aufstellen. Wir drücken die Daumen.

(Quellen: Insolvenzregister Deutschland, dpa)