
Nun hat die Pleitewelle das nächste Unternehmen erwischt: Eine Traditionsbrauerei mit eindrucksvoller Geschichte kämpft nun um ihre Zukunft. Die Beteiligten zeigen sich vorsichtig optimistisch und möchten nicht aufgeben.
Nach über 160 Jahren Erfolgsgeschichte steht das traditionsreiche Unternehmen jetzt vor einer historischen Hürde. Den Kopf in den Sand zu stecken, kommt für die Verantwortlichen jedoch nicht infrage.
Weitreichende Tradition schützt nicht vor Insolvenz: Traditionsbrauerei stellt sich neuer Herausforderung
Laut Urkunden geht die Geschichte des Hofes der Traditionsbrauerei bereits auf das 12. und 13. Jahrhundert zurück und hat damit eine lange Geschichte hierzulande vorzuweisen. Doch der Brauereibetrieb befindet sich erst seit über 160 Jahren in der Familiengeschichte. Im Jahr 2012 feierte das Gut 150-jähriges Bestehen. Die Brauerei steht laut eigenen Angaben für Tradition, regionale Verbundenheit sowie hohe Handwerkskunst.
Dass all dies nicht vor einer Insolvenz schützt, wenn die Kundschaft fehlt, zeigt indessen auch das Beispiel dieser geschichtsreichen Traditionsbrauerei. Vor einigen Tagen war es dann so weit: Die Geschäftsführung stellte beim zuständigen Amtsgericht den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Aufgeben ist für diesen Betrieb keine Option. Man beabsichtigt, sich der Herausforderung zu stellen.
Traditionsbrauerei kämpft um ihre Zukunft: 58 Mitarbeiter von Insolvenz betroffen – „Wir geben nicht auf“
Trotz der schweren Zeiten und der wirtschaftlichen Herausforderungen gibt die Gräflich zu Stolberg’sche Brauerei Westheim GmbH in Westheim in Nordrhein-Westfalen nicht auf. Viele kennen vielleicht den Namen der Brauerei, jedoch das Allersheimer Urpilz. Entsprechend kämpferisch zeigt sich auch die Unternehmensspitze. Man werde von Fachleuten beraten, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und stark für die Zukunft zu machen. Derzeit arbeiten 58 Mitarbeiter für die Traditionsbrauerei. Sie alle gehen weiterhin wie gewohnt ihrem Job nach. Löhne und Gehälter kommen in den nächsten drei Monaten aus dem Insolvenzgeld.
Die hohen Energiekosten sowie der seit Jahren zurückgehende Bierkonsum seien für die finanzielle Schieflage verantwortlich, heißt es. Viele Brauereien geben auf und schließen, weil sie keine Chance für die Zukunft sehen. Laut Geschäftsführung gehöre die Stolberg’sche Brauerei Westheim nicht dazu. Man wolle auf die Regionalität, die Verlässlichkeit und die handwerkliche Braukunst setzen. Die Insolvenz in Eigenverwaltung sehe man als Neubeginn, um die Traditionsbrauerei neu aufzustellen und ihre Existenz für die Zukunft zu sichern.
(Quellen: Brauerei Westheim, Amtsgericht Arnsberg)














