Nach über 30 Jahren: Berühmtes Windkraft-Unternehmen insolvent

Mehrere Windräder in einem Windpark erzeugen erneuerbare Energie. Der Windpark steht hinter einem Bauernhof auf einem sonnigen Feld mit blauem Himmel im Hintergrund.
Symbolbild © imago/imagebroker

Jetzt ist es raus: Nach vielen erfolgreichen Jahren ist ein berühmtes Windkraft-Unternehmen überraschend insolvent. Nun steht es vor großen Herausforderungen und einer ungewissen Zukunft. So geht es nach dem Rückschlag weiter.

Für die Belegschaft kam der Schritt aus heiterem Himmel, doch hinter den Kulissen kämpfte das Unternehmen bereits seit Längerem mit massiven finanziellen Altlasten. Dass es jedoch einen echten Branchenpionier trifft, unterstreicht, wie stark die gesamte Energiewende derzeit unter Druck gerät.

Berühmtes Windkraft-Unternehmen ist insovent

Der deutsche Windmarkt wächst weiter, steht aber zugleich unter großem Druck. Zwar werden zahlreiche neue Anlagen genehmigt, vielen Entwicklern geht wegen hoher Zinsen und teurer Bauteile jedoch das Geld aus. Die Ursachen für die finanzielle Schieflage im Sektor sind struktureller Natur: Zum einen blockiert der verzögerte Netzausbau den wirtschaftlichen Abtransport des erzeugten Stroms. Zum anderen werfen europäische Projekte nicht den gewünschten Gewinn ab. Indessen hat das schwierige Marktumfeld ein bekanntes Branchenunternehmen getroffen, welches als Pionier gilt und aktuell vor großen Herausforderungen steht.

Warum der Branchenpionier jetzt ums Überleben kämpft

Der Betrieb konnte seine Verbindlichkeiten nicht mehr rechtzeitig bedienen. Die Sowitec Group GmbH musste deshalb beim zuständigen Amtsgericht Tübingen einen Insolvenzantrag stellen. Auch die wesentlichen Tochtergesellschaften der Gruppe sind involviert. Hintergrund sind insbesondere offene Zahlungen aus Südamerika, die bislang offenbar noch nicht beglichen worden sind. Dabei hatte Sowitec diese fest einkalkuliert, steckt aufgrund der Verzögerung nun jedoch in einer Schieflage. Für die Mitarbeiter ist die Lage ebenfalls ernst. Das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit schafft vorübergehend Abhilfe. Was danach passieren soll, ist bislang jedoch nicht bekannt.

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Auch für Anleger ist die Nachricht ein Rückschlag, da das Unternehmen bereits in der Vergangenheit gezwungen war, Anleihen zu verlängern, um die finanzielle Stabilität zu wahren. Es drohen Verluste. Jetzt stellt sich die Frage nach der Zukunft des bekannten Unternehmens. Die Kanzlei Görg übernimmt vorerst die vorläufige Insolvenzverwaltung. Der Geschäftsbetrieb von Sowitec soll in den kommenden Monaten normal weiterlaufen. Klar ist: Eine Sanierung im aktuellen Branchenumfeld wird schwierig, doch kampflos aufgeben will man offenbar nicht. Die weitere Entwicklung in den kommenden Monaten dürfte entscheidend sein.

(Quellen: SWR Aktuell, Bild, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)