Nachbarland kämpft mit demselben Stromproblem wie Deutschland

Zu sehen sind Atomkraftwerke, bestehend aus massiven grauen Kühltürmen, aus denen weißer Wasserdampf in den Himmel aufsteigt. Die Anlage liegt an einem Fluss, was auf die Nutzung von Wasser zur Kühlung hinweist. Die grüne Umgebung mit Wiesen und Bäumen steht im Kontrast zu dem industriellen Bauwerk.
Symbolbild © istockphoto/jotily

In Europa nehmen Stromüberschüsse zu. Auch Frankreich ist betroffen, obwohl das Land stark auf Atomkraft setzt. Besonders Solarstrom führt zunehmend zu Herausforderungen im Stromnetz. Das Nachbarland kämpft mit ähnlichen Problemen wie Deutschland.

In Deutschland treten immer häufiger Stromüberschüsse auf, die vor allem durch stark schwankende Einspeisungen aus erneuerbaren Energien entstehen. Nun zeigt sich, dass auch Frankreich zunehmend mit ähnlichen Entwicklungen konfrontiert ist. Beide Länder stehen damit vor vergleichbaren Herausforderungen.

Stromüberschüsse sorgen für Preisschwankungen im Markt

Die Stromüberschüsse wirken sich auf den gesamten Strommarkt aus und betreffen damit auch die Verbraucher indirekt. Wenn zu bestimmten Zeiten deutlich mehr Strom erzeugt als verbraucht wird, sinken die Börsenpreise teilweise stark und können sogar in den negativen Bereich fallen. In solchen Situationen müssen Netzbetreiber eingreifen und die Einspeisung aus Kraftwerken reduzieren. Für Verbraucher zeigt sich diese Entwicklung vor allem durch schwankende Strompreise und einen zunehmenden Steuerungsaufwand für die Netzinfrastruktur.

Nachbarland kämpft mit demselben Stromproblem

Frankreich gilt in der Energiepolitik häufig als Gegenmodell zu Deutschland, da das Land weiterhin stark auf Kernenergie setzt. Während Deutschland seine Atomkraftwerke bereits vom Netz genommen hat, bleibt die nukleare Stromerzeugung in Frankreich ein zentraler Bestandteil der Energieversorgung. Dennoch zeigt sich auch dort zunehmend, dass erneuerbare Energien das System beeinflussen. Besonders die Solarenergie spielt eine wachsende Rolle. Mit einer installierten Leistung von rund 33 Gigawatt erzeugen Photovoltaikanlagen an sonnigen Tagen erhebliche Strommengen, die nicht immer vollständig genutzt oder gespeichert werden können und dadurch den Anpassungsbedarf im Stromnetz erhöhen.

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Der staatliche Energiekonzern EDF berichtet in seinem Geschäftsbericht für 2025 von einer deutlich gestiegenen Belastung des Stromsystems. Die französischen Kernkraftwerke produzierten im vergangenen Jahr rund 373 Terawattstunden Strom. Gleichzeitig mussten sie ihre Leistung im Umfang von etwa 33 Terawattstunden flexibel anpassen, indem sie hoch- oder heruntergefahren wurden. Auch der Generalinspekteur für nukleare Sicherheit und Strahlenschutz bestätigt in seinem aktuellen Bericht, dass immer mehr Reaktoren regelmäßig ihre Leistung verändern müssen. Diese Entwicklung zeigt, dass selbst Kernkraftwerke zunehmend auf die schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien reagieren müssen, um die Stabilität des Stromnetzes zu sichern.

(Quellen: EDF, n-tv, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)