Nächste Kette insolvent: 700 Mitarbeiter und 90 Filialen bedroht

Ein junges Paar befindet sich in einem Bekleidungsgeschäft und steht vor einer Wand, an der verschiedene Arten von Handschuhen für den Winter hängen. Sie betrachten gerade Handschuhe, die die Frau in den Händen hält.
Symbolbild © istockphoto/JackF

Unaufhörlich rollt die Pleitewelle über Deutschland hinweg. Die nächste Kette ist insolvent, bei der 90 Filialen mit rund 700 Mitarbeitern bedroht sind. Ausgerechnet vor Weihnachten müssen die Angestellten nun um ihre Zukunft bangen.

Rund 700 Mitarbeiter, die in 90 Filialen der bekannten Kette arbeiten, müssen sich vor Weihnachten einer schlechten Nachricht stellen. Ihr Arbeitgeber hat Insolvenz angemeldet und lässt die Angestellten mit einem mulmigen Gefühl ins Jahresende gehen.

„Bei so einem Verhalten haben wir keine Chance“ – immer mehr Unternehmen müssen aufgeben

Ohne genug Kundschaft läuft es einfach nicht. Das haben viele Unternehmen in den letzten Jahren besonders feststellen müssen. Immer mehr Ketten beschweren sich über das veränderte Verhalten der Kunden. Denn diese legen gar nicht mehr unbedingt so viel Wert auf Qualitätsware. Im Fokus steht eher der Preis. Wenn sie nicht gerade eine Billigkette sind, können viele Geschäfte nicht mit den Discounterpreisen mithalten. Gegen Billiganbieter aus dem Internet kommen solche Läden überhaupt nicht an. Dies führt nicht nur dazu, dass immer mehr Geschäftsinhaber aufgeben müssen, sondern dass man vor Ort auch immer weniger Auswahl findet. Dies wiederum führt dazu, dass die Menschen in Onlineshops bestellen. Ein Teufelskreis, aus dem es momentan keinen Ausweg zu geben scheint.

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Nächste Kette betroffen: 700 Mitarbeiter in 90 Filialen fürchten um ihre Zukunft

Ausgerechnet jetzt trifft es nun eine weitere bekannte Kette. Mit rund 700 Mitarbeitern, die in 90 Filialen deutschlandweit arbeiten, hat die Polo Motorrad und Sportswear GmbH am 18. November beim zuständigen Amtsgericht in Mönchengladbach den Insolvenzantrag gestellt. Jedoch soll dies in Eigenregie geschehen, bei der dem Geschäftsführer ein Insolvenzverwalter unterstützend zur Seite stehen soll.

Die Standorte in Österreich und in der Schweiz sind von der Insolvenz nicht betroffen, so heißt es. Die Angestellten erhalten aus dem Insolvenzgeld bis Ende Januar im nächsten Jahr ihre Löhne und Gehälter. Auch der Betrieb läuft weiter wie bisher. Da das Kaufverhalten der Kunden so unberechenbar sei, könne man sich trotz guter Umsätze nicht von selbst entschulden. Bereits 2011 hat das Unternehmen eine Insolvenz erfolgreich überstanden. Nun hoffen alle Beteiligten auch dieses Mal, dass es klappt.

(Quellen: Motorrad, Polo Motorrad & Sportswear GmbH)