Nächster Beitrags-Hammer droht – Millionen zahlen bald noch mehr

Das Bild von mehreren 20-Euro-Scheinen auf einem Tisch. Dazwischen steckt eine Krankenkassenkarte einer bekannten Krankenkasse. Alles liegt sorgfältig ausgebreitet auf einem Holztisch.
Symbolbild © imago/Lobeca

Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung sind für Millionen Menschen längst zu einer spürbaren Belastung geworden. Und ohne Gegenmaßnahmen könnte es 2027 noch deutlich teurer werden. Berechnungen des Bundesgesundheitsministeriums zeigen, wie groß der finanzielle Druck inzwischen ist.

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen steigen wesentlich schneller als ihre Einnahmen. Im ersten Halbjahr 2026 legten die Ausgaben um 7,1 Prozent zu, die Beitragseinnahmen dagegen nur um 4,1 Prozent. Zwar erzielten die 93 gesetzlichen Krankenkassen in diesem Zeitraum einen Überschuss von 2,6 Milliarden Euro. Dieser dient jedoch vor allem dazu, die zuvor stark geschrumpften Finanzreserven wieder aufzufüllen.

Krankenkassen-Hammer: Ohne Reform droht deutlicher Anstieg

Besonders deutlich zeigt sich das Problem beim Zusatzbeitrag. Für 2026 liegt der offiziell festgelegte durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 2,9 Prozent. Tatsächlich verlangten die Krankenkassen Ende Juni im Schnitt bereits 3,13 Prozent. Noch drastischer fällt der Blick auf 2027 aus. Ohne politische Gegenmaßnahmen rechnet das Bundesgesundheitsministerium mit einer Finanzierungslücke von rund 19 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag müsste dann rechnerisch auf etwa 3,8 Prozent steigen.

Bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3.500 Euro würde die zusätzliche Belastung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen rund 380 Euro im Jahr betragen. Beschäftigte tragen davon grundsätzlich die Hälfte. Die Bundesregierung will genau diesen Anstieg verhindern. Ein bereits beschlossenes Beitragssatzstabilisierungsgesetz soll die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung um rund 19 Milliarden Euro begrenzen und den durchschnittlichen Zusatzbeitrag 2027 bei 2,9 Prozent halten.

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Millionen betroffen: Krankenkassen bestimmen Beiträge selbst

Eine Garantie dafür, dass jeder Versicherte 2027 genauso viel zahlt wie heute, gibt es dennoch nicht. Jede Krankenkasse legt ihren individuellen Zusatzbeitrag selbst fest. Schon 2026 liegen viele Kassen über dem offiziellen Durchschnitt. Erhöht eine Krankenkasse ihren Zusatzbeitrag, haben Versicherte grundsätzlich ein Sonderkündigungsrecht. Ein Vergleich der verschiedenen Kassen kann sich deshalb lohnen.

Wie hoch der durchschnittliche Zusatzbeitrag für 2027 tatsächlich ausfällt, legt das Bundesgesundheitsministerium auf Empfehlung des zuständigen Schätzerkreises bis zum 1. November fest. Bis dahin bleiben noch ein paar Wochen und für viele die Ungewissheit, ob im Zuge des nächsten Beitragsjahres dann noch mehr im Monat vom Lohn abgeht.

(Quellen: GKV-Spitzenverband, BMG)