Nächster Seuchen-Ausbruch: Zehntausende Tiere wurden getötet

Ein Mann in einem weißen Ganzkörper-Schutzanzug und einem Mundschutz hält ein Huhn in seinen Armen. Es besteht der Verdacht, dass dieses Tier auch mit der Vogelgrippe infiziert ist und deshalb getötet werden muss. Das Virus greift immer weiter um sich.
Symbolbild © istockphoto/Yana Tatevosian

Zahlreiche Tiere wurden getötet, ganze Stallungen gesperrt, und Behörden schlagen Alarm: In Oberbayern ist erneut eine gefährliche Tierseuche ausgebrochen – mit drastischen Folgen für einen Geflügelbetrieb.

Ein unscheinbarer Ort in Oberbayern wird plötzlich zum Zentrum eines neuen Seuchenalarms. Behörden greifen hart durch – tausende Tiere sterben.

Behörden schlagen Alarm

Im oberbayerischen Buchbach im Landkreis Mühldorf am Inn herrscht Ausnahmezustand, denn auf einem großen Masthähnchenbetrieb ist die hoch ansteckende Newcastle-Krankheit ausgebrochen. Die Folgen sind drastisch: Rund 77.000 Masthähnchen hat man getötet. Betroffen sind gleich drei Stallungen des Betriebs. Die Behörden reagierten sofort. Den Hof hat man vollständig gesperrt. Weder Tiere noch Materialien dürfen derzeit hinein- oder herausgebracht werden. Rund um den Betrieb richtete das Landratsamt eine Schutzzone mit einem Radius von mindestens drei Kilometern ein. Zusätzlich gilt eine Überwachungszone von zehn Kilometern. Diese reicht teilweise sogar in die Nachbarlandkreise Erding und Landshut hinein.

Die Maßnahmen sollen verhindern, dass sich das gefährliche Virus weiter ausbreitet. Denn die Newcastle-Krankheit gilt als extrem ansteckend. Sie wird durch Körpersekrete, Kot, Atemluft oder sogar über verunreinigte Kleidung und Geräte übertragen. Selbst Ratten oder andere Schädlinge können das Virus verbreiten. Die Krankheit ähnelt in vielen Fällen der Geflügelpest. Erkrankte Tiere leiden unter hohem Fieber, Atemnot, Durchfall und schwerer Schwäche. Häufig treten auch Lähmungen und verdrehte Hälse auf. In vielen Fällen sterben Tiere sogar, bevor überhaupt Symptome sichtbar sind. Die Sterblichkeitsrate kann bis zu 100 Prozent betragen. Für Menschen besteht beim Verzehr von Geflügelprodukten zwar keine Gefahr. Wer jedoch beruflich engen Kontakt mit infizierten Tieren hat, kann in seltenen Fällen eine Bindehautentzündung entwickeln.

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PETA fordert radikalen Kurswechsel

Die Tierrechtsorganisation PETA meldete sich öffentlich zu Wort und fordert einen grundlegenden Umbau der Landwirtschaft. Weg von der intensiven Tierhaltung, hin zu veganem Ökolandbau, so die Forderung der Organisation. Außerdem appellierte PETA an Landrat Max Heimerl (CSU), Ausstiegsprogramme für betroffene Betriebe stärker zu fördern.

Die Newcastle-Krankheit ist in Deutschland meldepflichtig. Sobald einzelne Tiere infiziert sind, muss der gesamte Bestand getötet werden. Für Geflügelhalter bedeutet das oft enorme wirtschaftliche Schäden. Noch vor rund dreißig Jahren galt die Krankheit hierzulande nahezu als ausgerottet. Doch inzwischen häufen sich die Fälle wieder. Experten warnen bereits vor einer Rückkehr alter Tierseuchen. Neben Newcastle breiten sich auch Afrikanische Schweinepest, Blauzungenkrankheit, Geflügelpest und Maul- und Klauenseuche erneut aus.

(Quellen: Veterinärbehörden, Landwirtschaftsministerium, Tiergesundheitsdienst, dpa)