Nächstes deutsches Traditionsunternehmen kämpft ums Überleben

Ein großer Industrie- und Bürokomplex von oben. Mehrere moderne Gebäude mit viel Glas, Metall und klaren Linien dominieren das Gelände. Vor den Gebäuden befinden sich Parkplätze mit vielen Autos.
Symbolbild © imago/imagebroker

Besonders bitter war diese Meldung für die Angestellten eines deutschen Traditionsunternehmens, das jetzt ums Überleben kämpft. Die Zukunft ist ungewiss. Und doch hoffen die Menschen auf einen positiven Ausgang.

Wie bei jeder Insolvenz hoffen alle Beteiligten, dass auch dieses Traditionsunternehmen, das nun um sein Überleben kämpft, wieder auf den richtigen Weg findet. Der Grund für die Insolvenz ist eine besonders bittere Pille.

„Besonders bitter“: Auslöser für die Insolvenz war nicht abwendbar

Viele Unternehmen kämpfen um ihr Überleben – und die Gründe sind oftmals nahezu identisch: Gestiegene Kosten können nicht mehr aufgefangen werden, da die Einnahmen ausbleiben. Kunden orientieren sich um, halten ihr Geld zusammen und bestellen lieber bei der billigeren Konkurrenz im Internet. Qualität scheint bei immer mehr Menschen keine übergeordnete Rolle mehr zu spielen. Dass man am Ende vielleicht doch mehr ausgibt, weil billigere Ware schneller kaputtgeht, erkennen in diesem Moment wohl eher die wenigsten.

Doch in diesem Fall wiegt die Erkenntnis darüber, dass der Auslöser für die Insolvenz nicht abgewendet werden konnte, besonders schwer. Denn das Traditionsunternehmen blickt nicht nur auf eine stolze, über 100-jährige Geschichte zurück, sondern versuchte noch alles, um das große Loch zu schließen – leider vergebens.

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Traditionsunternehmen kämpft ums Überleben: „Wir hoffen immer noch“

Das deutsche Traditionsunternehmen Bernhardt & Schulte an der Oststraße in Meinerzhagen kennen viele auch unter der Webseite www.drehschalter.de. Genau dafür steht die Firma: Wohl kaum ein Haushaltsgerät funktioniert ohne einen Drehschalter. Betrachtet man die Insolvenz aus dieser Perspektive, erscheint sie noch unglaubwürdiger. Ohne Bernhardt & Schulte gäbe es auch keine Drehschalter und damit keine funktionierenden Geräte. An mangelnder Kundschaft kann es wohl nicht gelegen haben.

Das Problem liegt genau dort: Der Großkunde BSH Haushaltsgeräte GmbH hat 2024 den Abnahmevertrag mit Bernhardt & Schulte gekündigt. Laut Geschäftsführung konnte keine Einigung über eine Fortführung des Vertrages erzielt werden. BSH habe dem Betrieb die Pistole auf die Brust gesetzt: Entweder man senkt den Preis oder verliert den Kunden. Deutlicher wird der millionenschwere Verlust, wenn man erkennt, wer hinter der BSH Haushaltsgeräte GmbH steckt: Bosch, Siemens, Neff und Gaggenau.

Doch sowohl die Beraterfirma als auch Bernhardt & Schulte selbst blicken optimistisch in die Zukunft. Zwar könne der Insolvenzverwalter nicht garantieren, dass alle noch verbliebenen 47 Mitarbeiter bleiben dürfen. Der Standort und das Unternehmen selbst geben jedoch Hoffnung, dass es weitergehen könnte.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Bernhardt & Schulte)