Neu in Karlsruhe: Tipps für die erste eigene Wohnung

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Karlsruhe: Eine Stadt mit hoher Lebensqualität und einem reichhaltigen Freizeitangebot. Das Karlsruher Schloss, der Zoologische Stadtgarten und das ZKM Zentrum für Kunst und Medien sind nur drei von vielen Beispielen für die kulturelle Vielfalt der Fächerstadt. Nicht zu vergessen der Bundesgerichtshof und die neun Hochschulen, die die Stadt deshalb auch für Studierende interessant macht. Nicht nur die haben es schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Die Quadratmeterpreise liegen im Schnitt bei knapp 11 Euro und damit knapp 2 Euro über dem Bundesdurchschnitt. Hier ist guter Rat teuer. Hinzu kommt noch die
Wohnungseinrichtung und alles andere, was man beachten muss, wenn man zum ersten Mal in eine eigene Wohnung zieht. Unsere Tipps sollen euch helfen, damit ihr stressfrei in Karlsruhe mit eigener Bude starten könnt.

Wohnung suchen, Wohnung finden
Günstig und gut gelegen soll sie sein, die neue Wohnung. Wer aber die beste Lage
wählt, zahlt auch am meisten. Wenn man Pech hat, findet man in den Top-Lagen gar
nichts. Daher nicht verzweifeln und mal einen Blick in die weniger teuren Stadteile
werfen. Wer nicht unbedingt in der teuren Nordweststadt oder in Rintheim wohnen
muss, wo der Quadratmeterpreis für Wohnraum von über 10 bis gar mehr als 14
Euro liegt, kann in Stadtteilen wie Daxlanden oder Grünwettersbach wesentlich
günstiger leben und zahlt dort locker 2 Euro pro Quadratmeter weniger. Eine
genauere Analyse des aktuellen Karlsruher Mietspiegels lohnt sich daher, um das
beste Verhältnis zwischen Mietpreis und Lebensqualität zu finden.

Für die Wohnungssuche kann man sich vielen Internetportalen bedienen. Hierbei
solltet ihr auch örtliche Portale oder die sozialen Netzwerke durchforsten. Manchmal
findet man auch Aushänge in Supermärkten oder an der Uni. Studierende haben
natürlich auch die Möglichkeit, beim Studierendenwerk nach einer Bleibe zu fragen,
wobei man hier schon langfristig vor Semesterbeginn anfragen sollte.
Wohngemeinschaften bieten ebenfalls eine gute Möglichkeit, in guter Lage
Wohnraum zu finden. Ansonsten kann man auch bei Wohnungsbaugenossenschaften
ein Schnäppchen ergattern. Hier erwirbt man Genossenschaftsanteile, in dem man
Mitglied wird, zahlt aber in der Regel weniger Miete als üblich. Wer Mitglied wird,
bekommt aber nicht automatisch sofort eine Wohnung. Da die Warteliste oft lang ist,
braucht man einen langen Atem. Teilweise entscheidet auch das Los, ob man eine
Wohnung bekommt oder nicht.

Einziehen leicht gemacht
Wer eine Wohnung gefunden hat, braucht nur noch einzuziehen. Aber jetzt fängt die
Arbeit oft erst an. Wer schon Möbel hat, muss sie von A nach B transportieren,
benötigt ein Umzugsunternehmen oder Helfer und einen Transporter. Renovieren,
einrichten und Behördengänge gehören auch dazu. Damit alles reibungslos ablaufen
kann, sollte man alles bereits ein paar Monate vorher genau planen und sich eine
Checkliste anlegen. Ein paar Eckpunkte für die Checkliste:

 Umzugshelfer organisieren: Freunde, Bekannte, Eltern. Alle ansprechen, die mit
anpacken könnten
 Transporter mieten
 Ummelden beim Einwohnermeldeamt
 Nachsendeantrag bei der Post einrichten
 Ummelden / Anmelden Telefon-/Internet-/Kabelanschluss, GEZ
 Banken, Versicherungen etc. über Adressänderung informieren
 Bei Energieversorgern (Strom, Gas etc.) anmelden
 Tapeten, Farbe und Fußböden/Teppichboden aussuchen und kaufen

Bevor man die Möbel in die neue Wohnung einräumen kann, richtet man sich erst
einmal ein, in dem man tapeziert, streicht und gegebenenfalls den Fußboden (neu)
verlegt. Bei der Auswahl der Materialien sollte man darauf achten, dass diese nicht
mit Schadstoffen belastet sind. Man möchte schließlich eine behagliche
Wohnatmosphäre schaffen und sich nicht irgendwann über Kopfschmerzen oder
andere gesundheitliche Beschwerden klagen. Das gilt auch bei der Auswahl der
Möbel, die gerade, wenn sie neu sind, auch so riechen, was manchmal recht
unangenehm sein kann und mitunter auch gesundheitsschädlich ist. Man kann Möbel auch günstig genraucht kaufen. Einfach mal in der Zeitung oder in speziellen Internetportalen unter den Kleinanzeigen schauen. Hin und wieder werden Möbel auch verschenkt, die noch gut erhalten sind. Bei Facebook findet man auch viele Gruppen, in denen Gebrauchtes günstig angeboten wird. Beim Einzug werden auch die Schlüssel vom Vermieter übergeben. Die Schlüsselübergabe ist aber nicht allein darauf beschränkt, dass dem Mieter die Wohnungsschlüssel ausgehändigt werden, es werden dabei auch die Zählerstände für Strom und Wasser abgelesen und dokumentiert. Auch Mängel in der Wohnung werden unter die Lupe genommen, auch diese sollten ausgeschrieben und am besten auch fotografiert werden.

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Der Umzug
Es geht ans Eingemachte, den Transport der Möbel und sonstige Einrichtungsgegenstände. Da man selten einen Sprinter oder Ähnliches besitzt, muss man sich einen mieten, wenn man den Transport der Möbel selbst zusammen mit Helfern erledigen will. Für ADAC-Mitglieder gibt’s Rabatte bei verschiedenen Autovermietungen, manchmal bietet auch das Studierendenwerk günstige Verleihmöglichkeiten an. Fragen kostet nichts. Auf jeden Fall gilt: Preise bei den Autovermietungen vergleichen, die Unterschiede sind oft gravierend. Auf jeden Fall ist es wichtig, rechtzeitig zu buchen, da gerade am Wochenende entsprechende Transporter oft ausgebucht sind. Tipp: Wer nicht unbedingt am Wochenende
umziehen muss und Helfer auch an Werktagen bekommt, sollte sich das passende Fahrzeug für den Transport unter der Woche mieten, da hier die Preise oft günstiger sind und die Verfügbarkeit höher.

Helfer für den Umzug zu finden ist auch nicht immer einfach. Wer unter Freunden und Verwandten nicht genug Helfer findet, kann auch hier in Anzeigenportalen fündig werden. Es gibt auch verschiedene Vermittlungsagenturen im Internet, die Alltagshelfer aller Art vermitteln. Aber nicht jedes Portal bringt Erfolg. Manchmal zahlt man erst einmal für die Anmeldung, um an entsprechende Helferangebote zu kommen oder selbst ein Gesuch einstellen zu können. Wenn der Erfolg aber ausbleibt, ist das Geld weg, und Helfer hast Du dann leider auch keine. Deshalb am besten auf Portale setzen, die nur bei erfolgreicher Vermittlung Gebühren verlangen.

Sind die Helfer dann gefunden, geht’s los: Alles Kleinteilige packt man am besten in
Umzugskartons, die man in verschiedenen Größen im Baumarkt kaufen kann. Manchmal werden sie auch gebraucht in Kleinanzeigenmärkten angeboten. Sie sollten aber recht stabil sein, damit bei schweren Büchern der Karton mit samt Inhalt auf der Straße landet, wenn man den Karton aus dem Umzugswagen hebt. Ohnehin sollten die Möbel und sonstigen Gegenstände im Umzugswagen so verladen werden, dass nichts kaputt gehen kann. Am besten befestigt man größere Möbelteile mit Gurten im Verladeraum, so dass alles sicher und heil an der neuen Wohnadresse ankommt. Neue Möbel kann man sich entweder direkt an die neue Adresse liefern lassen oder sind bei Möbelabholmärkten in der Regel entsprechend verpackt, dass beim Transport nichts passieren kann. Trotzdem: Vorsichtig ist die Mutter der Porzellankiste.

Wer lieber auf Profis beim Umzug vertraut, findet unter renommierten Umzugsunternehmen die richtigen Helfer, die einem die Arbeit komplett oder teilweise abnehmen. Da es hier große Preisunterschiede gibt, sollte man sich vorher Angebote von verschiedenen Umzugshelfern einholen. Auch hierfür gibt es Portale im Internet, die die Suche nach passenden Unternehmen erleichtern und den Preisvergleich vereinfachen.

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Die Formalitäten
Beim Einwohnermeldeamt muss man sich bis spätestens 14 Tage nach Einzug melden. Dort wird auch gleichzeitig der vorherige Wohnsitz abgemeldet. Alle Infos, was benötigt wird, sowie die entsprechenden Formulare zur Anmeldung findet man auf der Webseite der Stadt Karlsruhe.

Nicht nur, dass man sich beim Einwohnermeldeamt mit der neuen Adresse ummelden muss, was auch eine Änderung des Personalausweises mit sich zieht, es gibt noch eine ganze Menge mehr an Formalitäten, die es zu erledigen gilt. Aber alles halb so wild. Den Mietvertrag zu unterschreiben ist natürlich erst einmal das Wichtigste. Da sich die Preise der Energieversorger, die man in der Regel selbst anmelden muss und unabhängig von den Mietnebenkosten bezahlt, oft stark unterscheiden, sollte man sich darum auch selbst kümmern. Ansonsten erhält man automatisch die Grundversorgung des örtlichen Energielieferanten, der aber oft teurer ist als spezielle Tarife, die man je nach Wohnsituation individuell auswählen kann. Wer vorher weiß, dass er nicht allzu lange in der Wohnung bleiben wird, sollte keinen langfristigen Energieversorgungsvertrag eingehen, sondern diesen kurzfristig kündigen können bzw. ein Sonderkündigungsrecht bei Umzug vereinbaren.

Das gilt auch für Telefon- und Internetverträge. Der Einzug in die erste eigene Wohnung ist schon ein großer Schritt, aber wenn alles erledigt ist und die Wohnung erst einmal fertig gestaltet wurde, kann man sich endlich auf die ersten Tage im neuen Zuhause freuen und die Sektkorken knallen lassen.