Neue Abgabe droht – Millionen Deutsche sollen künftig mehr zahlen

Ein Kind hält drei Geldscheine in einer Hand. Die Geldscheine sind im Vordergrund gut sichtbar, zudem sind die Hände des Kindes deutlich zu erkennen.
Symbolbild © istockphoto/AnnaZhuk

Die Pflegeversicherung steht finanziell unter Druck – und jetzt sorgt ein neuer Vorschlag für Aufsehen. Künftig könnten nicht mehr nur die Löhne und Gehälter zur Finanzierung der Pflege herangezogen werden. Für Millionen Deutsche könnte das zusätzliche Kosten bedeuten.

Hintergrund ist die schwierige Finanzlage der sozialen Pflegeversicherung. Die Ausgaben steigen, während gleichzeitig immer mehr Menschen auf Pflege angewiesen sind. Die Politik sucht deshalb nach Wegen, die Finanzierung langfristig zu stabilisieren. Auch Einnahmen aus Vermietung und Kapitalanlagen sollen nach einer Forderung des Sozialverbands VdK zukünftig eine Rolle bei den Abgaben spielen.

Neue Pflege-Abgabe könnte noch mehr Bürger treffen

VdK-Präsidentin Verena Bentele fordert einen grundlegenden Umbau. Nach ihrer Vorstellung sollen künftig sämtliche Einkommensarten zur Finanzierung der Pflegeversicherung beitragen. Dazu könnten neben Arbeitseinkommen beispielsweise auch Mieteinnahmen und Kapitalerträge gehören. Bislang finanzieren Beschäftigte und Arbeitgeber die soziale Pflegeversicherung vor allem über Beiträge auf das Arbeitseinkommen. Der allgemeine Beitragssatz liegt derzeit bei 3,6 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens. Kinderlose zahlen zusätzlich einen Zuschlag. Gleichzeitig gelten Beitragsbemessungsgrenzen.

Der VdK will außerdem die Trennung zwischen gesetzlicher und privater Pflegeversicherung beenden. Eine gemeinsame Pflegeversicherung für alle soll nach Vorstellung des Sozialverbands mehr Einnahmen bringen und die Finanzierung auf eine breitere Grundlage stellen.

Lesen Sie auch
Gefährliche Krankenhauskeime – RKI warnt vor Infektionen

Pflegekosten sorgen für immer mehr Finanzierungsprobleme

Die Debatte dürfte viele Bürger interessieren, denn gleichzeitig steigen die Kosten für Pflegebedürftige kräftig. Besonders ein Platz im Pflegeheim kann Familien finanziell stark belasten. Trotz Leistungen der Pflegeversicherung müssen Bewohner einen erheblichen Teil der Kosten selbst tragen. Die Bundesregierung arbeitet deshalb an einer umfassenden Pflegereform. Dabei geht es sowohl um die Finanzierung der Versicherung als auch um die Eigenanteile der Pflegebedürftigen.

Ob eine zusätzliche Belastung von Miet- und Kapitaleinkünften tatsächlich kommt, steht allerdings nicht fest. Bislang handelt es sich um eine Forderung des Sozialverbands VdK und nicht um einen beschlossenen Plan der Bundesregierung. Ohne Veränderungen dürfte der finanzielle Druck weiter steigen. Damit steht eine grundsätzliche Frage im Raum: Wer künftig wie viel für die Pflege in Deutschland bezahlen soll.

(Quellen: VdK, BMG)