Neue Bargeld-Grenze: Millionen Deutsche müssen sich umstellen

Nahaufnahme von verschiedenen Geldscheinen. Es handelt sich um mehrere frisch gedruckte Euroscheine, die fächerförmig zusammenliegen, darunter ein 50-Euro-Schein und ein 100-Euro-Schein in der Mitte.
Symbolbild © imago/Wolfilser

In Deutschland herrschen bekanntermaßen viele Vorschriften und Regeln. Auch den Euro betreffen viele davon. So kommt nun scheinbar eine neue Bargeld-Grenze, durch die sich Millionen deutscher Bürger umstellen müssen. Es gibt nämlich einen neuen Oberbetrag.

Bargeld gilt vielen Deutschen als heilig und ein anonymes, sicheres und verlässliches Zahlungsmittel. Selbst in Zeiten der Girokartenzahlung. Nun kommt aber eine neue Bargeld-Grenze für den Höchstbetrag, sodass man sich definitiv umstellen sollte.

Erst wirkt alles harmlos – doch hinter den Kulissen verändert sich bereits viel

Schon heute verschwinden an vielen Orten klassische Bargeldmöglichkeiten schrittweise. Beim Immobilienkauf akzeptiert der Staat längst keine Barzahlungen mehr. Auch beim Kauf von Gold oder Silber müssen Kunden ihre Identität oft deutlich früher nachweisen als noch vor wenigen Jahren. Verbraucherschützer raten deshalb inzwischen dazu, Zahlungsbelege länger aufzubewahren. Und das besonders bei teuren Käufen. Hintergrund sind dabei strengere Nachweispflichten, die in Zukunft häufiger kontrolliert werden könnten.

Experten empfehlen außerdem, hohe Bargeldbeträge nicht dauerhaft zuhause zu lagern. Viele Hausratversicherungen ersetzen bei Einbrüchen nämlich nur begrenzte Summen. Spannend ist auch der Blick ins Ausland: In Griechenland gelten bereits sehr niedrige Bargeldgrenzen, während Österreich weiterhin vergleichsweise locker bleibt. Die EU versucht nun, diese Unterschiede zumindest teilweise anzugleichen.

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Bargeld-Obergrenze kommt: Ab diesem Zeitpunkt gilt das neue Limit auch in Deutschland

Der große Einschnitt folgt ab Sommer 2027. Dann dürfen Unternehmen und Händler in Deutschland Bargeldzahlungen über 10.000 Euro nicht mehr annehmen. Die Regel betrifft die gesamte EU und soll Geldwäsche sowie illegale Finanzströme erschweren. Zusätzlich verschärfen sich die Kontrollen schon deutlich früher. Bereits ab 3.000 Euro müssen Händler künftig Kundendaten erfassen und dokumentieren. Für Verbraucher bedeutet das also: Selbst bei größeren Alltagskäufen könnten deutlich häufiger Ausweise verlangt werden.

Eine wichtige Ausnahme bleibt jedoch bestehen. Private Verkäufe zwischen zwei Privatpersonen dürfen weiterhin ohne feste Obergrenze bar abgewickelt werden. Wer etwa privat ein gebrauchtes Auto verkauft, fällt nicht automatisch unter die neue Regelung. Kritiker sehen dennoch einen tiefen Eingriff in die finanzielle Privatsphäre. Denn laut Bundesbank möchten die meisten Deutschen selbst entscheiden, wie sie bezahlen. Genau deshalb dürfte die Diskussion über Bargeld in den kommenden Monaten noch deutlich hitziger werden.

(Quellen: EU-Kommission, Bundesfinanzministerium, Europäisches Parlament, Tagesschau)