Neue Gas-Regel kommt: Heizen könnte 350 Euro teurer werden

Die Hand einer nicht zu erkennenden Person hält mehrere Euro-Scheine neben ein Heizungsthermostat. Bei den Scheinen handelt es sich um einen 50-Euro-Schein, zwei 20-Euro-Scheine, einen 10-Euro-Schein und einen 5-Euro-Schein. Die Heizung ist voll aufgedreht.
Symbolbild © imago/CHROMORANGE

Viele Haushalte sehnen sich nach sinkenden Energiepreisen. Nun könnte das Heizen jedoch um bis zu 350 Euro teurer werden. Was hinter der Hiobsbotschaft steckt und wer davon betroffen sein könnte.

Kurzfristig ist es vielen möglich, auf hohe Investitionen beim Heizen zu verzichten. Allerdings trügt der Schein offenbar, denn künftig könnten die Ausgaben sogar deutlich steigen.

Heizen könnte bis zu 350 Euro teurer werden

Das Heizen der eigenen vier Wände ist für viele Haushalte der größte Ausgabenposten im Jahr. Dabei fehlten im vergangenen Jahr etwa 5,3 Millionen Menschen in Deutschland die finanziellen Mittel, um ihre Unterkünfte ausreichend warm zu halten. Laut den Daten des Statistischen Bundesamtes war somit ein erheblicher Teil der Bevölkerung aufgrund von Geldnot gezwungen, beim Heizen deutlich zu sparen.

Ende Februar 2026 wurde angekündigt, dass die strikte Pflicht zum Einbau von Heizungen mit 65 Prozent Öko-Anteil gelockert wird. Dies sorgt nun insbesondere bei vielen Eigentümern für Aufatmen. Die Angst vor teuren Investitionen in neue Wärmepumpen oder Solarsysteme ist damit zunächst einmal vom Tisch. Doch diese Erleichterung könnte sich bald als teure Fehlkalkulation entpuppen. Die alte Heizung darf zwar im Keller bleiben, aber die Kosten für den Betrieb steigen trotzdem an. Die finanzielle Belastung verschiebt sich also lediglich von der Anschaffung hin zum täglichen Heizen.

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Warum die Kosten in die Höhe schießen

In Zukunft treibt der steigende CO2-Preis im europäischen Emissionshandel die Heizrechnungen in die Höhe. Parallel dazu sorgt die schrittweise Einführung der Grüngasquote für eine zusätzliche finanzielle Belastung. Anstatt Heizsysteme direkt zu verbieten, verpflichtet der Staat die Versorger nun dazu, dem herkömmlichen Erdgas immer mehr Wasserstoff oder Biomethan beizumischen.

Eine aktuelle Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft verdeutlicht die Folgen dieser Strategie. Da die Produktion dieser ökologischen Brennstoffe sehr kostspielig ist, geben die Unternehmen diese Mehrausgaben direkt an die Verbraucher weiter. Für einen gewöhnlichen Haushalt mit zwei Bewohnern bedeutet das bis zum Jahr 2035 jährliche Zusatzkosten von bis zu 350 Euro. Fossile Brennstoffe werden also durch staatliche Abgaben teurer, während die klimafreundlichen Alternativen den Basispreis zusätzlich anheben.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Institut der deutschen Wirtschaft, SMART UP NEWS)