Neue Masche: Bürger erhalten Anrufe – „Niemand sagt etwas“

Eingehender Anruf auf dem Smartphone von einer fremden Telefonnummer. Die Person, die das Handy in den Händen hält, überlegt, ob sie rangehen soll. Es gibt immer wieder eine neue Masche, bei der Bürger Betrug erfahren.
Symbolbild © istockphoto/hanieriani

Das Telefon klingelt, doch niemand ist in der Leitung. Immer mehr Bürger erhalten diese seltsamen Anrufe. Doch das Schlimmste daran: Dahinter steckt eine perfide Betrugsmasche.

Ein Klingeln, dann Stille. Immer mehr Bürger erhalten diese rätselhaften Anrufe. Experten warnen: Wer antwortet, liefert unfreiwillig das Material, das die Betrüger so begehren.

Unheimliches Schweigen am Telefon: Keine Verwechslung, sondern Betrug

Wer rangeht, hört die bedrohliche Stille – und dann wird aufgelegt. Was sich nach einer Verwechslung anhört, ist ein gefährlicher Telefonbetrug, der in zwei Varianten auftritt. Doch wie kann das sein? Wenn man nicht gerade seine Bankverbindung herausrückt, haben die Betrüger doch nichts in der Hand – oder? Leider schon. Denn wir leben im digitalen Zeitalter und mittlerweile auch im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Und da reicht oft nur ein einfaches „Hallo“ aus, um erheblichen Schaden anzurichten. Deshalb müssen Bürger jetzt erheblich aufpassen, wenn sie diese unbekannten Anrufe erhalten.

Die Masche hat einen Namen, und zwar „Silent Calls“. Hier ist das Schweigen Programm. Wichtig ist, ebenfalls nichts zu sagen, denn die Täter arbeiten mit unseren Stimmen. Wir fragen „Wer ist da?“, und die Betrüger erstellen mithilfe von KI daraus täuschend echte Stimmklone. Diese missbrauchen sie dann später für gefälschte Anrufe bei Banken, Paketdiensten – oder auch zur Erpressung von Familienmitgliedern. Doch es gibt noch eine zweite, etwas „klassischere“ Masche, bei der Bürger verstörende Anrufe erhalten.

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Neben den „Silent Calls“ ist eine zweite Masche im Umlauf, die auf teure Rückrufe setzt

Bei den sogenannten „Ping-Anrufen“ klingelt das Handy nur ein- oder zweimal von einer ausländischen Nummer, die einer deutschen Vorwahl täuschend ähnlich sieht – wie 00261 (Madagaskar) statt 0261 (Koblenz). Wer neugierig zurückruft, landet in einer teuren Premium-Hotline. Die Bandansage hält den Anrufer möglichst lange in der Leitung; Kosten von mehreren hundert Euro sind keine Seltenheit. Glücklicherweise hat die Bundesnetzagentur kürzlich eine automatische, kostenlose Preisansage für 56 riskante internationale Vorwahlen eingeführt, sodass wir rechtzeitig Bescheid wissen sollten.

Experten raten zu einfachen, aber wirkungsvollen Verhaltensregeln: Bei unbekannten Nummern einfach nicht rangehen. Sollte es wirklich ein Notfall einer unbekannten Nummer sein, könnte diese immer noch kurz schreiben. Wer unbedingt rangehen möchte, darf auf keinen Fall etwas sagen. Spätestens bei Stille gilt es, das Telefonat schweigend zu beenden. Außerdem sind alle Bürger, die solche Anrufe erhalten, dazu aufgerufen, diese über das Online-Beschwerdeformular der Bundesnetzagentur zu melden. So entziehen wir gemeinsam den Betrügern die Grundlage für ihre kriminellen Geschäfte.

(Quellen: Eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Polizei, Kriminalpolizei)