
Deutschlands Gesundheitssystem leidet unter erheblichen Belastungen. Nun ändert sich etwas bei den Krankschreibungen: Die Bundesregierung plant eine Anpassung, die Abhilfe schaffen soll, gleichzeitig jedoch für reichlich Kritik sorgt.
Kritiker verweisen auf die hohen Risiken dieser Änderung bei der Krankschreibung für gesetzlich Versicherte. Dennoch soll sie kommen.
Deutschlands Gesundheitssystem in der Krise
Das deutsche Gesundheitssystem steht vor Herausforderungen: In Arztpraxen und Kliniken fehlt Fachpersonal. Termine beim Facharzt sind schwer zu bekommen. Auf einen Platz für eine Psychotherapie müssen Patienten mehrere Wochen bis Monate warten. Die finanziellen Defizite der Krankenkassen machen dem System weiterhin zu schaffen, während der demografische Wandel unaufhaltsam voranschreitet. Eine Reform soll nun Abhilfe schaffen und Geld sparen. Unter anderem ist hierfür eine Anpassung bei den Krankschreibungen für Versicherte vorgesehen, die eine von der Bundesregierung berufene Expertenkommission vorgeschlagen hat.
Krankschreibung ändert sich: Das ist vorgesehen
Eine Auswertung der gesetzlichen Krankenkasse DAK-Gesundheit hat ergeben, dass sich die Fehltage pro Kopf im Jahr 2025 auf 19,5 Tage beliefen. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 19,7 Krankentage. Erkältungen, Rückenprobleme und inzwischen auch psychische Erkrankungen ‒ etwa Depressionen und Angststörungen ‒ gehören heute zu den häufigsten Ursachen. Teilkrankschreibungen sollen nun eine Zwischenlösung für Beschäftigte anbieten, die nicht sofort wieder voll belastbar sind, aber auch nicht mehr komplett arbeitsunfähig sein müssen. Konkret bedeutet das: Ärzte sollen bald nicht nur attestieren, ob jemand „voll arbeitsunfähig“ ist. Auch Zwischenstufen wie 25, 50 oder 75 Prozent Arbeitsunfähigkeit sollen vergeben werden können. So will man Fehlzeiten insgesamt reduzieren und einen leichteren Wiedereinstieg ins Berufsleben nach einer längeren Krankheit ermöglichen. Betroffene können dann weniger arbeiten oder etwa leichtere Aufgaben übernehmen. Eine Bedingung für eine solche Krankschreibung ist die Zustimmung des Arbeitgebers.
Allerdings gibt es auch viel Kritik. So wird bemängelt, dass Arbeitnehmer unter Druck geraten könnten, trotz bestehender Erkrankung schnell wieder arbeiten zu müssen. Der Sozialverband Deutschland verweist auf das Risiko, dass eine zu frühe Rückkehr in den Job längere und chronische Verläufe fördern könnte. Trotz der Vorteile der Teilarbeitsunfähigkeit bleiben demnach einige Zweifel bestehen.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














