Neue Vape-Welle erfasst jetzt immer jüngere Kinder unter 10

Ein kleines Mädchen sitzt in einem Raum, sie hält etwas an ihren Mund, dass so aussieht wie eine Vape, aber vermutlich etwas anderes darstellt. Im Hintergrund liegt eine rosa Gitarre, wahrscheinlich schaut das Mädchen gerade Fernsehen.
Symbolbild © istockphoto/Taras Grebinets

Bunte Farben, süße Geschmacksrichtungen und ein Design, das eher an Spielzeug als an Nikotinprodukte erinnert: Experten schlagen Alarm, da E-Zigaretten und Vapes inzwischen immer häufiger bei sehr jungen Kindern auftauchen. Schulen, Eltern und Ärzte berichten, dass sogar Kinder unter zehn Jahren bereits Erfahrungen mit den Geräten haben.

Besonders problematisch ist dabei die enorme Verbreitung über soziale Netzwerke. Auf Plattformen wie TikTok oder Instagram werden Vapes häufig als Lifestyle-Produkt dargestellt – mit auffälligen Farben, Fruchtgeschmack und trendigem Zubehör. Genau diese Aufmachung macht die Geräte für Kinder und Jugendliche besonders attraktiv.

Große Gefahr für Kinder: Neue Vape-Welle erfasst jetzt immer Jüngere

Experten warnen deshalb schon länger davor, dass sich die Branche optisch gezielt einer sehr jungen Zielgruppe annähert. Hinzu kommt, dass viele Kinder die gesundheitlichen Risiken massiv unterschätzen. Zahlreiche Einweg-Vapes wirken auf den ersten Blick harmlos, enthalten jedoch oft hohe Mengen Nikotin. Kinderärzte und Suchtforscher warnen, dass junge Gehirne besonders empfindlich auf Nikotin reagieren. Mögliche Folgen sind Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen und frühe Abhängigkeiten. Je früher Kinder mit Nikotin in Kontakt kommen, desto höher ist später auch das Risiko für langfristige Suchtprobleme.

Lehrer:innen berichten außerdem, dass Vapes inzwischen immer häufiger heimlich mit in Schulen gebracht werden. Weil viele Geräte klein sind und kaum sichtbaren Dampf erzeugen, bleiben sie im Alltag oft lange unbemerkt. Besonders besorgniserregend ist, dass das Einstiegsalter laut Präventionsexperten spürbar sinkt. Während früher hauptsächlich ältere Jugendliche betroffen waren, tauchen Vapes inzwischen auch immer öfter bei Grundschulkindern oder Schülern der unteren Klassen weiterführender Schulen auf.

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Kinder kommen zu leicht an die Vapes heran – Experten schlagen Alarm

Ein weiteres Problem ist der leichte Zugang zu den Produkten. Obwohl der Verkauf nikotinhaltiger Produkte an Minderjährige verboten ist, gelangen viele Kinder dennoch an die Geräte – beispielsweise über ältere Jugendliche, Online-Bestellungen oder illegale Verkaufsstellen. Gleichzeitig warnen Verbraucherschützer vor Importprodukten ohne klare Kennzeichnung. Teilweise sei unklar, welche Stoffe tatsächlich in den Liquids enthalten sind.

Experten fordern deshalb strengere Kontrollen, höhere Strafen beim Verkauf an Minderjährige und ein härteres Vorgehen gegen illegale Anbieter. Gleichzeitig sehen viele Fachleute auch die Eltern in der Pflicht. Denn je früher Kinder über Nikotin, Sucht und die Risiken von Vapes aufgeklärt werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie selbst zu den Geräten greifen.

(Quellen: Präventionsexperten, Gesundheitsbehörden, Schulen, dpa)