Neuer CO2-Preis macht Heizen für Millionen Bürger teurer

Mehrere Euro-Banknoten, die links im Vordergrund liegen. Rechts daneben brennt eine blaue Gasflamme auf einem Küchenherd und darüber befindet sich eine aufgedrehte Regler-Skala.
Symbolbild © istockphoto/filmfoto

Ein einheitlicher EU-CO₂-Preis könnte das Heizen für Millionen Bürger deutlich teurer machen. Besonders Osteuropa droht ein Kostenhammer – und auch in Deutschland wird es nicht billig.

Ein neuer EU-Plan könnte das Leben von Millionen Heizkunden drastisch verändern – und für manche richtig teuer werden. Doch es ist auch Hilfe in Aussicht.

Heizen bald ein Luxus?

In weniger als zwei Jahren wird es in vielen EU-Staaten ungemütlich. Ab 2028 führt die EU einen einheitlichen CO₂-Preis für Gebäude und Verkehr ein. Wer mit Gas, Öl oder gar Kohle heizt, muss künftig tiefer in die Tasche greifen. Noch hält sich die Politik bedeckt, wie groß der Schmerz für die Verbraucher wirklich sein wird. Doch eine Analyse der Bertelsmann Stiftung liefert erste Zahlen – und die haben es in sich.

Während Deutschland und andere west- und nordeuropäische Staaten das Modell bereits kennen, droht vor allem Osteuropa ein echter Kostenhammer. Hintergrund der Maßnahme: Wohngebäude verursachen rund ein Drittel der EU-Treibhausgasemissionen, und diese sinken zu langsam, um die eigenen Klimaziele zu erreichen.

Wer zahlt am Ende drauf?

Die Forscher rechnen damit, dass der CO₂-Preis 2028 bei rund sechzig Euro pro Tonne liegen könnte – festgelegt in Auktionen. Für Haushalte in Deutschland wäre das vergleichsweise moderat: im Schnitt etwa siebzehn Euro mehr pro Jahr gegenüber 2025. Denn hier existiert längst ein nationaler CO₂-Preis, der schon 2025 bei 55 Euro pro Tonne lag. Seit Anfang dieses Jahres werden Zertifikate sogar für 55 bis 65 Euro versteigert.

Lesen Sie auch
Aus für 8-Stunden-Tag: Merz-Regierung schafft Arbeitszeiten ab

Anders sieht es in Polen, Ungarn oder der Slowakei aus. Dort wird noch massenhaft mit Gas, Öl oder Kohle geheizt, und einen CO₂-Preis gibt es bisher nicht. Kommt die EU-Regel, könnten die Heizkosten hier plötzlich um 100 bis 400 Euro pro Jahr steigen. Und das bei deutlich niedrigeren Einkommen. Um den sozialen Sprengstoff zu entschärfen, plant Brüssel einen milliardenschweren Klima-Sozialfonds. Die Mitgliedstaaten müssen dazu eigene Pläne vorlegen, wie besonders betroffene Haushalte unterstützt werden sollen. Für viele steht damit fest: Das Heizen mit fossilen Brennstoffen wird zu teuer. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen über Sanierungen oder einen kompletten Heizungstausch nachdenken. Noch aber dominiert bundesweit klar die Gasheizung – in Deutschland durchschnittlich mit 63,7 Prozent, in manchen Städten wie Wilhelmshaven sogar mit unglaublichen 94,7 Prozent.

(Quellen: Heizungsgesetz, Umweltbundesamt)