Neues EU-Gesetz: Ketchup-Tüten verschwinden aus Restaurants

Auf dem Bild steht ein Tablett mit einem weißen Teller, auf dem ein Hamburger sowie eine große Portion Pommes liegen. Neben den Pommes befindet sich ein Klecks Ketchup.
Symbolbild © imago/APress

Wegen eines neuen EU-Gesetzes, das bald in Kraft tritt, verschwinden die Ketchup-Tüten aus den Restaurants. Was für die Kunden und die Gastronomie bislang bequem war, muss nun durch eine Alternative ersetzt werden.

Jeder, der ein Restaurant besucht, kennt diese kleinen Tütchen, in denen sich Saucen, Gewürze und anderes befinden. Nach einem neuen EU-Gesetz hat dies jedoch bald ein Ende, denn danach müssen die Ketchup-Tütchen aus den Restaurants verschwinden.

Prägen seit Jahrzehnten den Alltag: Tütchen für den Gast

Egal, ob wir an einem Imbiss, bei McDonald’s oder in einem Restaurant eine Portion Pommes bestellen – überall findet man diese kleinen Plastiktütchen, in denen sich Gewürze, Saucen oder manchmal sogar Öl befinden. Diese Tütchen erwiesen sich bislang als sehr praktisch und auch für unterwegs geeignet. An einer perforierten Stelle konnte man sie schnell einreißen und hatte beispielsweise Ketchup für eine Portion Pommes zur Verfügung.

Aber nicht nur in der Gastronomie kommen diese kleinen Plastikverpackungen zum Einsatz. Auch im Hotel erwarten den Gast kleine Fläschchen mit Shampoo, Duschgel oder kleine Verpackungen mit Seife. Die kleinen Größen sind auf den Aufenthalt des Gastes angepasst. Wenn dieser abreist, werden die Verpackungen im Müll entsorgt, und auf den neuen Gast warten neue Fläschchen. Damit ist jedoch bald Schluss.

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Ketchup-Tüten verschwinden aus Restaurants: Neues EU-Gesetz verlangt eine Alternative

In Deutschland produziert jeder Deutsche durchschnittlich 225 Kilogramm Müll pro Jahr. Der EU-weite Durchschnitt liegt bei 190 Kilogramm. Viele Verpackungen, die im Müll landen, seien dabei vollkommen unnötig, wie Experten bestätigen. Deshalb soll das Ziel sein, den Müll bis 2040 im Vergleich zu 2018 um fünfzehn Prozent zu senken.

Deshalb gelten ab dem 12. August die ersten Regelungen des neuen EU-Verpackungsgesetzes. Demnach sind alle Verpackungen verboten, die sogenannte PFAS-Chemikalien enthalten. Solche Zusätze werden benötigt, um zu gewährleisten, dass kein Öl und kein Wasser durch diese Verpackungen hindurchsickert. In einem nächsten Schritt sollen dann alle kleinen Verpackungen verbannt werden. Dazu gehören neben den Ketchup-Tütchen auch die Einwegfläschchen in den Hotels. Ab 2030 dürfen dann keine Verpackungen mehr angeboten werden, die weniger als 50 Milliliter umfassen. Auch Obst und Gemüse unter 1,5 Kilogramm dürfen keine Verpackung mehr haben. Die Betriebe aus dem Hotel-, Gastronomie- und Catering-Gewerbe müssen sich dann etwas Neues einfallen lassen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, EU-Verpackungsverordnung (PPWR))