
Ein neues Virus erreicht Deutschland. Der erste Mensch hat sich nun infiziert, und die Experten schlagen Alarm. Es könnten noch weitere Infektionen folgen.
Ein neues Virus sorgt in Deutschland für Aufmerksamkeit. Nun hat sich der erste Mensch infiziert. Die Experten schlagen Alarm.
Der erste Mensch hat sich infiziert
Ärzte haben erstmals bei einem Menschen eine hierzulande erworbene Erkrankung mit dem Sindbis-Virus nachgewiesen. Ein 60 Jahre alter Mann aus Baden-Württemberg erkrankte bereits am 12. Juli 2026. Im September bestätigten Laboruntersuchungen die Infektion. Ganz neu ist das Virus allerdings nicht. Fachleute kennen das Sindbis-Virus in Deutschland schon seit Jahren aus Stechmücken und Wildvögeln. Neu ist der eindeutig nachgewiesene Krankheitsfall bei einem Menschen. Der Mann entwickelte Fiebergefühl, Hautausschlag und starke Gelenkschmerzen. Da er in einer Region lebt, in der auch Asiatische Tigermücken vorkommen, ließen die Ärzte ihn zunächst auf Chikungunya untersuchen.
Das neue Virus gehört zu den sogenannten Arboviren. Stechmücken tragen den Erreger von einem Wirt zum nächsten. Beim Sindbis-Virus spielen vor allem Vögel eine wichtige Rolle. Mücken nehmen das Virus beim Blutsaugen an infizierten Vögeln auf und können anschließend auch Menschen stechen. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch kennt die Forschung bislang nicht.
Experten schlagen jetzt Alarm
Für die meisten Menschen stellt das neue Virus nach aktuellem Wissensstand keine große Gefahr dar. Viele Infektionen verlaufen vermutlich ohne Beschwerden oder verursachen nur leichte Symptome. Treten Krankheitszeichen auf, gehören Fieber, ein juckender Hautausschlag und teilweise ausgeprägte Gelenkschmerzen dazu. Besonders die Gelenkbeschwerden können länger anhalten. Eine gezielte Therapie gegen das neue Virus gibt es bislang nicht. Ärzte behandeln deshalb vor allem die Beschwerden, beispielsweise Schmerzen und Entzündungen. Hinweise auf regelmäßig lebensbedrohliche Verläufe gibt es bisher nicht.
Auch wenn jetzt vom neuen Virus die Rede ist, tauchte Sindbis nicht erst 2026 in Deutschland auf. Wissenschaftler fanden den Erreger bereits im Sommer 2009 in deutschen Stechmücken. Damals untersuchten Forscher 16.057 Mücken und konnten Sindbis-Viren in drei verschiedenen Mückenarten nachweisen.
(Quellen: Robert Koch-Institut (RKI), Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin)














