Neues Virus erstmals in deutschem Nachbarland nachgewiesen

Ein Mann in einem Schutzanzug, der auch den Kopf bedeckt. Er hat zusätzlich eine durchsichtige Schutzbrille auf sowie eine Atemmaske mit Filter. Der Hintergrund des Bildes ist grau und verschwommen. Man versucht sich offenbar vor einem Virus oder einer Seuche zu schützen.
Symbolbild © imago/IPON

Viele Menschen sorgen sich vor neuen Virusausbrüchen. Gleichzeitig zeigen aktuelle Beobachtungen in Europa eine zunehmende Virusaktivität. Forscher analysieren Entwicklungen genau und warnen vor neuen Risiken. Jetzt wurde ein neues Virus nachgewiesen.

Viele Menschen haben große Sorge vor neuen Virusausbrüchen. Nachrichten über Infektionsgeschehen in verschiedenen Regionen verstärken dieses Gefühl. Zudem spielen Erfahrungen aus früheren Pandemien eine Rolle, denn sie haben das Bewusstsein für gesundheitliche Risiken nachhaltig geprägt.

Mehr Virusaktivität in Europa: Behörden beobachten neue Ausbreitungen

In den letzten Monaten registrieren Gesundheitsbehörden in Europa mehrere Virusaktivitäten in unterschiedlichen Regionen. Dazu zählen saisonale Influenzaviren, aber auch einzelne durch Mücken übertragbare Erreger in südlichen Ländern. Klimatische Veränderungen und zunehmende Mobilität beeinflussen die Verbreitung solcher Viren zusätzlich. Fachleute beobachten deshalb neue Muster in der Ausbreitung und passen Überwachungssysteme an. In Europa und weltweit existieren verschiedene Viren, die schwere Krankheitsverläufe auslösen können. Einige Erreger greifen das Nervensystem an, andere führen zu starken fieberhaften Infektionen oder Atemwegserkrankungen.

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Fachleute warnen besonders vor Viren mit hoher Mutationsrate, da sie sich schnell an neue Bedingungen anpassen. Zudem steigt das Risiko schwerer Verläufe bei bestimmten Bevölkerungsgruppen wie älteren Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen. Gesundheitssysteme bereiten sich deshalb auf mögliche Belastungssituationen vor und entwickeln Notfallpläne. Forschungseinrichtungen arbeiten gleichzeitig an Impfstoffen und antiviralen Medikamenten, um die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern und die Ausbreitung gefährlicher Erreger zu begrenzen.

Forschende des Zentrums für Virologie an der MedUni Wien haben Zeckenproben aus Österreich untersucht und dabei erstmals das Alongshan-Virus (ALSV) im Land nachgewiesen. Genetische Analysen deuten darauf hin, dass sich der Erreger vermutlich schon seit mindestens 20 Jahren in Mitteleuropa hält. Das Virus wurde 2017 erstmals in China bei Menschen mit fieberhaften Erkrankungen beschrieben. Ob die in Europa vorkommenden Virusvarianten tatsächlich Erkrankungen auslösen, bleibt bislang unklar. In den untersuchten Patientensamples fanden die Forschenden kein Virus, allerdings wiesen zwei Personen deutlich erhöhte Antikörperspiegel gegen ALSV auf.

(Quellen: MedUni Wien, The Lancet Microbe, Eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)