Nicht mitnehmen: Wer über 20 Euro findet, sollte Abstand halten

Frau findet 50 Euro auf der Straße und hebt sie auf.
Symbolbild © istockphoto/Jun

Manchmal findet man Geld auf der Straße, hauptsächlich Münzen. Diese steckt jeder gern ein. Doch Vorsicht: Nicht alles darf man mitnehmen.

Findet man Geld auf der Straße, steckt man es meist einfach ein. Doch dabei ist Vorsicht geboten. Denn unter Umständen macht man sich strafbar.

Größere Geldbeträge liegen lassen

Meisten sind es Münzen, die man auf der Straße findet. Vor allem die kleinen, roten Centstücke. Diese steckt man in der Regel ein. Liegt jedoch ein größerer Geldbetrag auf der Straße, sollte man Abstand nehmen und dieses liegen lassen.

20 Euro und mehr gelten bereits als größerer Geldbetrag. Diese darf man nicht einfach einstecken, denn damit macht man sich strafbar. Denn das deutsche Fundrecht regelt genau, was man behalten darf und was nicht und bei welchen Geldbeträgen man verpflichtet ist, sich als Finder zu melden. Hält man sich nicht daran, droht Ärger.

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Alles unter 10 Euro darf man behalten

Findet man Glücksmünzen oder Beträge unter 10 Euro, darf man diese einstecken und behalten. Die Beträge gelten als zu klein, als dass sich die Meldung eines Fundes lohnen würde. Bei Geldscheinen sieht die Sache jedoch anders aus. So darf ein 20-Euro-Schein nicht einfach behalten werden.

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) besagt: Beträge über 10 Euro müssen im örtlichen Fundbüro oder bei einer Polizeidienststelle gemeldet und abgegeben werden. Diese Faustregel gilt außerdem auch für Gegenstände ab einem Wert von 10 Euro.

Hat man seinen Fund ordnungsgemäß gemeldet und meldet sich innerhalb von sechs Monaten kein Besitzer, geht das Geld an den Finder. Der Finder bekommt zudem eine Belohnung, wenn der Besitzer sich meldet. Bis 500 Euro stehen ihm fünf Prozent der gefundenen Summe als Finderlohn zu. Wurden mehr als 500 Euro gefunden, stehen dem Finder drei Prozent der Summe zu.

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Unterschlagung von Fundsachen ist strafbar

Meldet man einen Fund nicht, begeht man eine Straftat. Man macht sich der Unterschlagung schuldig. Denn zwar entwendet man den fremden Besitz nicht aktiv, wie bei einem Diebstahl, macht sich aber das gefundene Geld rechtswidrig zu eigen.

Entsprechend droht eine Strafe. Je nach Höhe der Summe wird die Fundunterschlagung mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet. Ein Fund über 20 Euro sollte man also lieber abgeben oder liegen lassen.