Nicht nur Gasumlage: Im Oktober werden alle zur Kasse gebeten

Arbeitnehmer bekommen bald die Energiepreispauschale
Symbolbild © istockphoto/filmfoto

Ab Oktober müssen Gaskunden tief in die Tasche greifen. Denn die Gasumlage kommt. Doch dies ist nicht die Einzige.

Zusätzlich zur Gasumlage gibt es noch drei weitere Umlagen. Ab dem 1. Oktober wird es für die Verbraucher teuer. Denn es kommen einige Mehrkosten.

Diese Umlagen müssen Gaskunden zahlen

Verbraucher müssen ab dem 1. Oktober die Gasumlage zahlen. Das ist bekannt. Doch es gibt weitere Überraschungen. Diese wird mit der nächsten Abschlagszahlung ersichtlich. Denn es gibt noch drei weitere Umlagen. Dazu gehören die Gasspeicherumlage, die Bilanzierungsumlage und die Konvertierungsumlage. Eine Überraschung für viele Bürger.

Und auch ein Schock. Denn die Gaspreise pro Kilowattstunde sind ohnehin immens gestiegen. Doch was die wenigsten wissen: Nicht alle Umlagen sind neu. Verbraucher zahlten sie schon immer.

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Wer genau hinschaut, sieht es. Es gibt eigentlich eine gute Nachricht. Die Gasumlage ist auf der Abrechnung deutlich zu spüren. Denn sie schlägt mit 2,419 Cent pro Kilowattstunde zu Buche. Die anderen drei Umlagen dagegen fallen deutlich niedriger aus. Sie beeinflussen die Abschlagszahlungen daher nicht gravierend.

Die Gasspeicherumlage

Diese ist ebenfalls neu und durch den Ukraine-Krieg ausgelöst. Die beträgt 0,059 Cent pro Kilowattstunde. Die Umlage hat folgenden Hintergrund: In Deutschland gibt es erstmalig konkrete Vorgaben zum Füllstand der Gasspeicher. Diese Kosten für die Gasspeicherung sollen von den Verbrauchern mitgetragen werden. Und zwar mittels der Umlage.

Die Trading Hub Europe (THE) erhebt diese Umlage. Die ist der Marktverantwortliche in Deutschland und somit berechtigt, Gas bei Bedarf einzukaufen und einzuspeichern. Um die Füllstandsvorgaben der Gasspeicher zu gewährleisten, muss THE Maßnahmen ergreifen. Aufgrund der Energiekrise sind diese Maßnahmen derzeit teurer – die Gasspeicherumlage soll die Mehrkosten auffangen.

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Die Bilanzierungs- und Konvertierungsumlage

Die Bilanzierungsumlage gibt es bereits seit 2021. Sie betrug jedoch bislang 0 Cent pro KWh. Somit hatte sie bislang noch keine Auswirkungen auf die Verbraucher.

Das ist ab Oktober anders. „Wenn mehr Gas verbraucht wird, als eingeplant war, muss THE den zusätzlichen Bedarf kurzfristig beschaffen“. Dies erklärt Thomas Pietsch. Er ist der Geschäftsführer der städtischen Werke Magdeburg. Da diese Zusatzeinkäufe durch die Energiekrise teurer sind als sonst, steigt die Bilanzierungsumlage. Diese verursacht pro Haushalt rund 115 Euro Mehrkosten.

Auch die Konvertierungsumlage gibt es bereist länger. Aber auch diese verursachte bislang keine Mehrkosten. Doch nun wird sie ebenfalls neu berechnet. Bürger bezahlen jetzt 0,083 Cent pro Kilowattstunde.

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Die Konvertierungsumlage wird erhoben, um Gas chemisch umzuwandeln. Denn es gibt in Deutschland zwei unterschiedliche Gase. Ein Gasnetz kann aber immer nur eine Sorte transportieren. Hat eine Region jedoch eine Gassorte eingespeichert und die Vorräte neigen sich dem Ende zu, muss das mit der anderen Sorte ausgeglichen werden. Zuvor muss sie allerdings in einem chemisch, komplexen Prozess umgewandelt werden. So, Thomas Pietsch.

Somit droht Gaskunden dieses Jahr eine saftige Gasrechnung. Es drohen pro Kunde über 700 Euro Mehrkosten.