Notbetreuung droht: Grippe-Welle grassiert in deutschen Kitas

Auf dem Bild sind zwei Erwachsene und ein Kind zu sehen. Das Kind läuft zwischen den beiden Erwachsenen, die es jeweils an einer Hand halten.
Symbolbild © imago/Michael Gstettenbauer

Grippe-Wellen treffen nicht nur Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, sondern erreichen regelmäßig auch Kindertagesstätten. Jetzt nimmt eine Grippe-Welle in deutschen Kitas Fahrt auf und sorgt vielerorts für zunehmende Krankmeldungen.

Da Kinder täglich engen Kontakt haben, verbreiten sich Atemwegserkrankungen in Kitas besonders schnell und werden oft aus dem familiären Umfeld eingeschleppt. In der Folge steigen die krankheitsbedingten Ausfälle sowohl bei Kindern als auch beim pädagogischen Personal.

Kitas unter Druck: Fachkräftemangel erschwert Betreuung

Während Eltern auf verlässliche Betreuung angewiesen sind, geraten Kitas zunehmend unter Druck. Gleichzeitig greifen Schutzmaßnahmen wie Gruppentrennungen oder verkürzte Betreuungszeiten nur begrenzt, weil sie zusätzlichen organisatorischen Aufwand erzeugen. Gleichzeitig verschärft der anhaltende Personalmangel die Situation in deutschen Kindertagesstätten erheblich. Schon unabhängig von Infektionslagen bleiben vielerorts Betreuungsplätze unbesetzt, weil Fachkräfte fehlen oder Stellen nicht dauerhaft besetzt werden können. Laut Branchenverbänden arbeiten viele Kitas bereits im Regelbetrieb an ihrer Belastungsgrenze. Fallen dann weitere Beschäftigte krankheitsbedingt aus, lassen sich Dienstpläne kaum noch stabil halten. Zudem steigt der administrative Druck, weil Träger gesetzliche Betreuungsschlüssel einhalten müssen. Kommunen versuchen zwar gegenzusteuern, etwa durch Quereinstiege oder befristete Lösungen, doch diese Maßnahmen greifen nur langsam.

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Kitas unter Druck: Grippe-Welle sorgt für Krankmeldungen

Im schlimmsten Fall zwingt eine Grippe-Welle Kitas dazu, den Betrieb zeitweise einzuschränken oder vollständig zu schließen. Wenn zu viele Fachkräfte gleichzeitig ausfallen, kann die Aufsichtspflicht nicht mehr gewährleistet werden. Träger reagieren dann mit Notbetreuung, verkürzten Öffnungszeiten oder der Zusammenlegung von Gruppen. Für Eltern bedeutet das kurzfristige Betreuungsengpässe, die sich nur schwer mit beruflichen Verpflichtungen vereinbaren lassen. Gleichzeitig steigt die Belastung für das verbleibende Personal, da es zusätzliche Aufgaben übernehmen muss.

In Nordrhein-Westfalen zwingt die aktuelle Grippe-Welle viele Kitas dazu, auf Notbetreuung umzusteigen. Zahlreiche Fachkräfte sind krankgemeldet, sodass die Einrichtungen die gesetzlich vorgeschriebene Mindestpersonalausstattung nicht mehr gewährleisten können. Laut Kinderbildungsgesetz (KiBiz) müssen Kitas ausreichend Personal einsetzen, um den Betrieb im Sinne des Kindeswohls aufrechtzuerhalten. Wenn dies nicht möglich ist, liegt es an den Leitungen, Gruppen zusammenzulegen, nur Notbetreuung anzubieten oder einzelne Gruppen zeitweise zu schließen.

(Quellen: Kindergesundheit, Grippeschutz, dpa)