Notfallaufnahme voll: Städtisches Klinikum Karlsruhe in der Krise

Ein Notdienst in einem Krankenhaus.
Symbolbild © ISTOCKPHOTO - Foto: upixa

Das Städtische Klinikum Karlsruhe hat derzeit mit großen Problemen zu kämpfen. Diese zeigen sich vorwiegend in der Jahresbilanz.

Im Jahr 2021 erwirtschaftet das Karlsruher Klinikum ein Defizit von 19,7 Millionen Euro. Und auch das Jahr 2022 sieht vermutlich nicht besser aus. Gründe dafür gibt es viele.

Hauptursache ist die Coronapandemie

Denn diese führte zu hohen Mehrkosten. Zudem gab es durch die Pandemie weniger Patienten und daher weniger Einnahmen. Und die Krise ist noch nicht beendet. Denn derzeit gibt es zudem einen starken Personalmangel.

Immer mehr Pflegepersonal fällt aus. Denn die Mitarbeiter sind durch die Arbeit während der Pandemie erschöpft. Dazu kommen Quarantäne und Erkrankung. Dies sorgt für eine Schließung der Betten. Im Klinikum ist daher kein Normalbetrieb möglich. Denn es fehlen einfach die Mitarbeiter.

Inflation und Energiekrise verstärken die Probleme noch

Denn sie treiben die Kosten in die Höhe. Daher erwartet das Klinikum für das Jahr 2022 ein ähnlich hohes Defizit wie im Vorjahr. Im Jahr 2021 lagen die Energiekosten bei acht Millionen Euro. Für Ende 2022 rechnet man mit einem Betrag von ca. 17 Millionen Euro. Für das kommende Jahr geht man sogar von bis zu 23 Millionen aus. Diesen Betrag kann das Klinikum nicht erwirtschaften.

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Viele Möglichkeiten zur Einsparung von Energie bestehen nicht. Derzeit erfolgt die Ersparnis bei der Beleuchtung der OP-Säle und der Intensivstationen. Außerdem wurden viele Lampen durch LED-Lichter ausgetauscht. Küche und Lagerflächen sollen zudem mit Fotovoltaikanlagen ausgestattet werden. Doch Licht auf dem Campus ausschalten geht nicht. Die Leute müssen sich rund um die Uhr orientieren.

Notfallaufnahme ist überlastet

Dies ist ein weiteres Problem des Klinikums. Für das Jahr 2022 rechnet das Klinikum mit knapp 60.000 Notfallkontakten. Vor Corona im Jahr 2018 waren es knapp 50.00. Im Jahr 2020 waren es sogar nur 45.000.

Doch nicht alle waren richtig in der Notaufnahme. Viele Bürger kamen lediglich mit kleineren Anliegen. Doch die Menschen sind seit Corona ängstlicher geworden.

Durch diesen Winter kommt das Klinikum. Wie es langfristig weitergeht, ist derzeit unklar. Das Klinikum macht jedoch auf seine Notlage aufmerksam. Und zwar mit der Aktion „Alarmstufe Rot“. Damit fordert die Deutsche Krankenhausgesellschaft Soforthilfen von der Bundesregierung.