
Immer mehr Meldungen über neue Fälle der gefährlichen Pest werden öffentlich. Die Behörden verschärfen die Maßnahmen und ordnen Stallpflichten an. Die Bürger in Deutschland sind zur Vorsicht angehalten.
Schon seit mehreren Monaten gibt es immer wieder Seuchenwarnungen. Nun ist die Risikoeinschätzung des Robert Koch-Instituts derart hoch, dass die zuständigen Behörden zu härteren Maßnahmen greifen müssen.
Warnung: Pest breitet sich aus
Schon seit dem vergangenen Herbst schlägt die Vogelgrippe oder auch Geflügelpest genannt, hohe Wellen. Mitte Dezember warnten Experten schließlich vor neuen, gefährlichen Mutationen, die sich insbesondere in Nordamerika und Europa ausbreiten. Die Vogelgrippe (H5N1) ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die sich rasend schnell ausbreitet. So ist es kaum verwunderlich, dass es nahezu täglich neue Ausbrüche gibt – trotz bereits eingeleiteter Maßnahmen. Der Verlauf der Vogelgrippe geht meist mit hohem Fieber, erschwerter Atmung, Schwellungen, Durchfall und einer gestörten Motorik einher und endet in nahezu jedem Fall tödlich. Da die Übertragungswege besonders bei Vogeltieren in Gefangenschaft sehr kurz sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich jedes Tier mit H5N1 infiziert.
Stallpflicht und härtere Maßnahmen gegen die grassierende Pest
Die Pest breitet sich auch vermehrt in den Nachbarländern Deutschlands aus. Erst vor wenigen Tagen mussten 1,5 Millionen Legehennen in Polen getötet werden, um eine mögliche Ausbreitung zu unterbinden. Der dortige Geflügelverband hat nun ein Pilotprojekt zu Schutzimpfungen vorgeschlagen. Besonders alarmierend ist jedoch ein Fall im niederländischen Friesland. Dort hat man H5N1-Antikörper in der Milch einer Kuh gefunden. Antikörper entstehen erst während einer Infektion, also muss das Tier sich angesteckt haben. Ans Tageslicht gekommen ist dies nur, weil eine Katze an ebendiesen Viren starb, nachdem sie die Milch getrunken hatte.
Das Friedrich-Loeffler-Institut schätzt die Lage weiter unverändert ein, rät jedoch zur Vorsicht. In Gefangenschaft lebende Vogeltiere sollten daher sicherheitshalber vorerst ausschließlich in ihren Ställen gehalten werden, bis die Lage sich entspannt – oder im besten Fall komplett unter Kontrolle ist. Die Behandlung sowie die Eindämmung der Vogelgrippe seien schwierig, jedoch nicht unmöglich. Etwaige Maßnahmen sind jedoch Sache der Bundesländer und stark abhängig von den gemeldeten Fallzahlen. Einige Landkreise in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben beispielsweise erst vor wenigen Stunden die Stallpflicht aufgehoben.
(Quellen: Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Robert Koch-Institut)














