Pinkelpause wird für Radfahrer teuer – diese Strafen drohen

Ein Radfahrer macht eine Pause und nutzt diese Zeit um gegen einen Baum seine Notdurft zu verrichten. Neben ihm steht sein Mountainbike - für das Urinieren in der Öffentlichkeit drohen hohe Strafen.
Symbolbild © istockphoto/Jorge Aguado Martin

Eine ausgedehnte Fahrradtour kann ein unerwartetes Problem mit sich bringen: Weit und breit gibt es keine Toilette. Wer dann einfach hinter einem Baum oder Busch verschwindet, riskiert teuren Ärger. Je nach Ort können für die schnelle Pinkelpause sogar empfindliche Bußgelder fällig werden.

Gerade im Sommer verbringen viele Radfahrer mehrere Stunden unterwegs. Auf längeren Strecken durch Wälder oder über Land lässt sich jedoch nicht an jeder Ecke eine öffentliche Toilette finden. Einfach anhalten und sich am Wegesrand erleichtern, klingt deshalb nach einer naheliegenden Lösung. Rechtlich kommt es allerdings entscheidend darauf an, wo die Pinkelpause stattfindet.

150 Euro und mehr: Pinkelpause wird für Radfahrer teuer

Für Radfahrer gelten dabei keine besonderen Ausnahmen. Städte und Gemeinden können öffentliches Urinieren als Ordnungswidrigkeit ahnden und dafür eigene Bußgelder festlegen. Wie teuer das werden kann, zeigt beispielsweise Köln. Dort kostet das unzulässige Verrichten der Notdurft einschließlich Urinieren zwischen 60 und 150 Euro. Bei besonderen Veranstaltungen greift die Stadt sogar noch mehr zu. Während des Karnevals 2026 drohten Wildpinklern zum Beispiel bis zu 200 Euro zuzüglich Gebühren. Die Stadt erwischte allein während der sechs Karnevalstage 114 Personen.

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Auch die Wahl des Ortes kann die Rechnung beeinflussen. Eine versteckte Stelle schützt nicht automatisch vor einem Bußgeld. Parks und öffentliche Grünanlagen gehören ebenfalls zum öffentlichen Raum. Das Verwaltungsgericht Berlin stellte beispielsweise ausdrücklich fest, dass wildes Urinieren in öffentlichen Grünanlagen verboten ist. Besonders riskant wird die Pinkelpause deshalb in belebten Parks, an Gebäuden, auf öffentlichen Plätzen oder in der Nähe von Spielplätzen. Köln kontrolliert solche Bereiche gezielt: Bei Kontrollen auf Spiel- und Bolzplätzen leitete das Ordnungsamt 2025 wegen verschiedener Verstöße einschließlich Wildpinkeln zahlreiche Verfahren ein.

Aufpassen, sonst drohen enorme Strafen in Deutschland

Radfahrer sollten sich deshalb vor längeren Touren nicht allein auf die nächste Hecke verlassen. Öffentliche Toiletten an Bahnhöfen, Ausflugszielen und größeren Rastplätzen bieten die sicherste Möglichkeit. Auch eine Einkehr in einer Gaststätte kann die günstigere Alternative sein. Wer unterwegs dringend muss, sollte vor allem dicht besiedelte Bereiche, öffentliche Anlagen und fremde Grundstücke meiden. Entscheidend bleibt immer die konkrete Situation und die örtliche Regelung. Ein deutschlandweites „Wildpinkel-Bußgeld“ gibt es nicht.

(Quellen: StVO, kommunale Bußgeldkataloge)