Playmobil zieht ab: Produktion in Deutschland wird nun eingestellt

Zu sehen ist eine Rennstrecke, die mit Figuren und Autos von Playmobil aufgebaut ist. Rundherum befinden sich Figuren auf den Rängen. Außerdem sieht man Häuser und die Zuschauertribüne aus Playmobil-Elementen.
Symbolbild © imago/ABACAPRESS

Nicht nur die Mitarbeiter traf diese Nachricht wie ein Schlag: Der bekannte Spielzeughersteller Playmobil zieht aus Deutschland ab. Die Produktion am einzigen deutschen Standort wird bald eingestellt. 

Playmobil zieht aus Deutschland ab. Damit schließt das einzige Werk des Spielzeug-Giganten in Deutschland seine Tore. Hunderte Mitarbeiter bangen nun um ihre Zukunft.

Einst beliebt, heute kaum beachtet: Playmobil kämpft mit Umsätzen

1974 eroberten die ersten Playmobil-Figuren die Herzen der Deutschen. Zunächst gab es nur wenige Figuren wie beispielsweise Ritter, Indianer oder Bauarbeiter. Zwar zeigten sich Experten damals sehr skeptisch. Dies tat der Beliebtheit der Figuren jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil: Kinder liebten die Figuren und schon bald erweiterte der Spielzeughersteller sein Sortiment. Er führte kleinere Kinder-Figuren und später auch Frauen-Figuren ein.

Im Laufe der Jahrzehnte entstanden immer mehr Themenwelten sowie zahlreiche Fantasiewelten. Inzwischen sprachen diese Mädchen und Jungen gleichermaßen an. Die Welten wurden größer. Große Puppenhäuser, die man einrichten konnte, sowie Feuerwehr- und Polizeistationen füllten nach und nach die Kinderzimmer. Zu den großen Themen gab es kleinere und größere Sets, womit auch Sammler voll auf ihre Kosten kamen. Diese ruhmreiche Zeit scheint inzwischen jedoch vorbei zu sein.

Playmobil zieht ab: Hunderte Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft

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Nach einigen umsatzschwachen Jahren zieht Playmobil nun aus Deutschland ab. 350 Mitarbeiter bangen seit Anfang Februar um ihre Zukunft. Ende Juni dieses Jahres sollen im Werk im mittelfränkischen Dietenhofen die letzten Figuren vom Band gehen. Kündigen wolle man der Belegschaft nicht, heißt es jedoch. Stattdessen wolle man mithilfe einer Transfergesellschaft den Mitarbeitern unter die Arme greifen. Sie sollen auf diese Weise in andere Jobs kommen. Als Grund für die Werkschließung nennt Playmobil die steigenden Kosten am Wirtschaftsstandort Deutschland. Deshalb setze man nun auf die Werke in Spanien, Tschechien und Malta.

Krtiker sehen das Problem jedoch nicht in Deutschland, sondern eher bei Playmobil selbst. Die Spielzeugbranche ging aus der Coronapandemie als klarer Gewinner hervor, darüber sind sich Fachleute einig. Das Problem bei Playmobil bestehe eher darin, dass der ehemalige Gründer, der 2015 verstarb, seinen Nachlass nicht vernünftig geregelt habe. Dieser teilte sich nach seinem Tod in zwei Stiftungen, einer Wohltätigkeitsstiftung und einer Unternehmensstiftung. Die ehemalige Sekretärin des Gründers habe noch so viel Einfluss auf die Entscheidungen, dass eine produktive Unternehmensführung kaum möglich sei, so Kritiker.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, Horst-Brandstätter-Group)