Pleitewelle trifft Deutschland – so schlimm war es seit 2013 nicht

Ein schwarz-rotes, großes Schild in einer Einkaufsstraße in der Nahaufnahme hat in weißen Buchstaben den Text "Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe" in fetten Buchstaben gedruckt.
Symbolbild © imago/Michael Gstettenbauer

Viele Unternehmen müssen derzeit mit deutlich höheren laufenden Kosten kalkulieren als noch vor einigen Jahren. Besonders Energie, Personal, Transporte und verschiedene Dienstleistungen verteuern den Geschäftsbetrieb. In einer DIHK-Umfrage nannte Anfang 2026 fast die Hälfte der befragten Unternehmen Energie- und Rohstoffpreise als Geschäftsrisiko.

Hohe Preise setzen Unternehmen weiter unter Druck

Die allgemeine Preisentwicklung erhöht den Druck auf Betriebe und Verbraucher. Viele Waren und Dienstleistungen kosten heute mehr als noch vor einigen Jahren, auch wenn sich einzelne Produkte zwischenzeitlich wieder verbilligt haben. Im August 2026 lag die Inflationsrate in Deutschland bei 2,9 Prozent. Energie verteuerte sich gegenüber dem Vorjahresmonat sogar um 10,5 Prozent. Auch Unternehmen melden höhere Personal-, Material- und Energiekosten als Grund für Preisanpassungen. Dadurch steigen nicht nur direkte Betriebsausgaben, sondern häufig auch die Kosten entlang der Lieferketten. Besonders für Firmen mit niedrigen Margen kann diese Entwicklung die wirtschaftliche Lage weiter verschärfen.

Pleitewelle trifft Deutschland: Insolvenzen steigen

Die Folgen zeigen sich inzwischen deutlich in den Insolvenzzahlen. Viele Betriebe konnten ihre finanziellen Schwierigkeiten nicht mehr auffangen und mussten einen Insolvenzantrag stellen. Zwischen Juli 2025 und Juni 2026 registrierte die amtliche Statistik insgesamt 24.867 Unternehmensinsolvenzen, 7,6 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Allein im Juni 2026 meldeten die Amtsgerichte 2.266 Fälle. Damit lag die Zahl um 15,8 Prozent über dem Wert aus Juni 2025. Eine Insolvenz führt zwar nicht zwangsläufig zur endgültigen Schließung eines Betriebs, dennoch zeigt die Entwicklung, wie stark der wirtschaftliche Druck auf Teile der deutschen Wirtschaft inzwischen ausfällt.

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Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Blick auf das erste Halbjahr 2026. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes registrierten die Amtsgerichte von Januar bis Juni 12.812 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres entspricht das einem Anstieg von 6,7 Prozent. Ein höherer Wert wurde in einem ersten Halbjahr zuletzt 2013 erreicht. Damit liegt die Zahl der Firmeninsolvenzen aktuell so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr. Auch das Bundeswirtschaftsministerium spricht weiterhin von einem hohen Insolvenz-Geschehen und verweist auf eine anhaltend angespannte Lage vieler Unternehmen.

(Quellen: Destatis, BMWE, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)