
Dass Zigaretten ungesund sind, weiß eigentlich jeder, und doch greifen Millionen Menschen täglich zu ihnen. Nun hat die WHO neueste Erkenntnisse veröffentlicht und warnt, dass Rauchen unfruchtbarer macht, als zunächst angenommen.
Rauchen kann den Kinderwunsch bremsen – eine neue Weltgesundheitsorganisation-Auswertung zeigt, wie stark der unterschätzte Faktor tatsächlich ins Gewicht fällt. Denn laut WHO macht Rauchen unfruchtbarer, als in den letzten Jahrzehnten gedacht.
WHO warnt: Rauchen senkt die Chance auf eine Schwangerschaft
Ein Kinderwunsch hängt von vielen Faktoren ab. Alter, Erkrankungen und Lebensweise spielen ebenso hinein wie Zufall und genetische Voraussetzungen. Auch Genussmittel können die Ausgangslage verändern. Das deutsche Informationsportal familienplanung.de zählt Rauchen zu den Faktoren, die sich beeinflussen lassen. Dabei betrifft das Thema beide Partner. Fachleute betrachten Fruchtbarkeit längst nicht mehr als reine Frauensache. Auch die männliche Seite kann entscheidend sein, etwa wenn Anzahl, Form oder Beweglichkeit der Spermien beeinträchtigt sind. Wer einen Kinderwunsch hat, kann deshalb bereits vor medizinischen Untersuchungen an der eigenen Lebensweise ansetzen.
Neben dem Rauchverzicht zählen natürlich auch ein vernünftiger Umgang mit Alkohol, Bewegung und ein gesundes Körpergewicht zu beeinflussbaren Faktoren. Interessant ist auch der zeitliche Aspekt: Spermien entstehen zwar laufend neu, ihr kompletter Reifeprozess dauert jedoch gut drei Monate. Veränderungen der Lebensweise zeigen sich deshalb nicht unbedingt sofort im Ejakulat. Wer Unterstützung beim Aufhören braucht, muss das nicht allein schaffen.
WHO enthüllt das Ausmaß: Rauchen kann die Fruchtbarkeit deutlich schädigen
Die WHO wertete Forschung aus den Jahren 2000 bis 2026 aus. Bei Frauen lag das Risiko für Unfruchtbarkeit unter aktuell Rauchenden demnach um 40 Prozent höher als bei Nichtraucherinnen. Bei ehemaligen Raucherinnen fiel das Risiko im Vergleich zu weiterrauchenden Frauen um 25 Prozent niedriger aus. Auch Männer sind betroffen: Eine Zusammenfassung von 44 Studien mit mehr als 60.000 Männern brachte Rauchen mit auffälligen Samenwerten und sexuellen Funktionsstörungen in Verbindung. Genannt werden unter anderem schlechtere Spermienbeweglichkeit und veränderte Spermienformen.
Besonders wichtig für Paare: Auch Passivrauch kann eine Rolle spielen. Die WHO sieht bei Frauen, die regelmäßig Tabakrauch anderer Menschen ausgesetzt sind, ein erhöhtes Risiko für Unfruchtbarkeit und eine geringere monatliche Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft. Auch bei künstlicher Befruchtung kann Tabakkonsum die Aussichten verschlechtern. Die WHO verweist auf frühere Forschung, nach der Rauchen mit weniger Schwangerschaften und Lebendgeburten nach assistierter Fortpflanzung verbunden war.
(Quellen: WHO)














