Regierung krempelt Steuern um – das ändert sich für Millionen

Nach der Kabinettsklausur im brandenburgischen Neuhardenberg stellen Bundeskanzler Merz und Finanzminister Klingbeil im Rahmen einer Pressekonferenz die Ergebnisse vor. Die Regierung plant die Änderung der Steuern mit einer umfassenden Reform.
Symbolbild © imago/dts Nachrichtenagentur

Bald ist es so weit. Die Regierung krempelt die Steuern um und das ändert sich jetzt für Millionen. Schon in Kürze zeigt sich, was genau auf die Menschen zukommt.

Diese Entscheidung wird schon lange sehnsüchtig erwartet. Die Reform bringt nun spürbare Änderungen für den Geldbeutel mit sich. Weil die neuen Regeln so wichtig sind, schauen wir uns die Details jetzt ganz genau an.

Bruttogehalt abzüglich Steuern ergibt Nettogehalt

Jeden Monat erhalten Millionen Arbeitnehmer ihren Lohn, wobei auf der Abrechnung zunächst das Bruttogehalt steht. Davon wird vor allem die Lohnsteuer abgezogen, deren Höhe sich nach dem Einkommen und weiteren persönlichen Merkmalen richtet. Je höher das Einkommen ist, desto höher kann grundsätzlich auch die Steuerbelastung ausfallen. Zusätzlich können der Solidaritätszuschlag und, wenn eine Kirchenmitgliedschaft besteht, die Kirchensteuer hinzukommen. Erst nach diesen steuerlichen Abzügen sowie den Beiträgen zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung ergibt sich das Nettogehalt. Deshalb unterscheidet sich der ausgezahlte Betrag trotz eines gleichen Bruttogehalts häufig. Inzwischen krempelt die Bundesregierung die Steuern um und so ändert sich einiges für Millionen.

Finanzierung durch frühere Anwendung der Reichensteuer

Die schwarz-rote Bundesregierung will die geplante Reform der Einkommensteuer noch in dieser Woche auf den Weg bringen. Nachdem letzte Details zur steuerlichen Behandlung von Sonn- und Feiertagszuschlägen geklärt wurden, könnte das Gesetz vom Bundeskabinett beschlossen werden. Damit würde die Reform ihre erste formelle Hürde im Gesetzgebungsverfahren nehmen. Anschließend wäre der Bundestag mit den weiteren Beratungen befasst. Die geplanten Änderungen sollen hauptsächlich Familien mit Kindern sowie Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen finanziell entlasten. Ab dem Jahr 2028 sollen sich die jährlichen Entlastungen auf rund zehn Milliarden Euro belaufen. Vorgesehen sind unter anderem ein höherer Grundfreibetrag und ein später einsetzender Spitzensteuersatz.

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Außerdem sollen der Werbungskosten-Pauschbetrag und das Kindergeld steigen. Bei steuerfreien Sonn- und Feiertagszuschlägen soll zudem der maximal berücksichtigte Stundenlohn von 50 auf 75 Euro angehoben werden. Finanziert werden die Maßnahmen teilweise durch eine frühere Anwendung der Reichensteuer sowie durch eine zusätzliche, höhere Steuerstufe für besonders hohe Einkommen. Umstritten bleibt jedoch der Umgang mit der kalten Progression, also der schleichenden Steuererhöhung. Ein vollständiger Ausgleich ist weiterhin nicht vorgesehen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie bewertet die Reform kritisch und sieht insbesondere für Unternehmen zusätzliche Belastungen. Deshalb ist für viele noch unklar, wie viel Entlastung die neue Regelung den Menschen tatsächlich bringt.

(Quellen: BMF, Bundesregierung)