
Für viele Haushalte in Deutschland könnte es ab 2027 finanziell enger werden. Die Bundesregierung plant deutliche Änderungen beim Wohngeld. Betroffen wären damit ausgerechnet Menschen, deren Einkommen für die hohen Wohnkosten nicht ausreicht.
Das Bundeskabinett hat bereits einen entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen. Die Regierung begründet die Änderungen unter anderem mit notwendigen Einsparungen im Bundeshaushalt. Gleichzeitig soll das Wohngeldverfahren einfacher werden. Bundesbauministerin Verena Hubertz räumte im September ein, dass die Kürzungen für viele Menschen Folgen haben werden.
Kürzungen beim Wohngeld ab 2027 geplant
Gleich an mehreren Stellen soll gespart werden. Die regulär vorgesehene Erhöhung des Wohngeldes soll ausgesetzt werden. Zusätzlich will die Bundesregierung die Heizkostenkomponente halbieren und die Berechnungsformel verändern. Damit könnte die Unterstützung für zahlreiche Haushalte niedriger ausfallen. Besonders brisant ist die Reform für Menschen mit kleinen Einkommen, die ihre Miete zwar grundsätzlich selbst bezahlen können, dafür bislang aber auf Wohngeld angewiesen sind.
Das Wohngeld ist kein Bürgergeld. Es dient als Zuschuss zu den Wohnkosten und richtet sich unter anderem an Beschäftigte mit geringem Einkommen sowie Rentner und Familien, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind. Für viele ist es eine wichtige Hilfe, um mit dem schmalen Einkommen über den Monat zu kommen.
Bundesrat fordert Änderungen – Bürger fürchten teure Folgen
Die Pläne sind allerdings noch nicht endgültig beschlossen. Der Bundesrat hat sich am 25. September mit dem Vorhaben beschäftigt und Änderungen verlangt. Damit geht die politische Auseinandersetzung um die Reform weiter. Als Nächstes beschäftigt sich der Bundestag mit dem Gesetzentwurf. Nach aktuellem Stand ist die erste Beratung für den 8. Oktober vorgesehen. Erst das weitere Gesetzgebungsverfahren wird zeigen, welche der geplanten Einschnitte tatsächlich zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.
Für Wohngeldempfänger bedeutet das: Noch ändert sich an den laufenden Zahlungen nichts. Klar ist jedoch, dass die Bundesregierung beim Wohngeld sparen will. Wer auf die Unterstützung angewiesen ist, sollte deshalb die kommenden Entscheidungen im Bundestag im Blick behalten.
(Quellen: Bundesrat, dpa)














