
Für viele Haushalte ist das Wohngeld eine wichtige Hilfe, damit die monatliche Miete bezahlbar bleibt. Doch ab 2027 will die Bundesregierung kräftig sparen. Jetzt liegen neue Zahlen vor, die zeigen, wie viele Menschen die Reform tatsächlich treffen könnte.
Die Bundesregierung hat die Neuordnung des Wohngeldes bereits im Kabinett beschlossen. Bundestag und Bundesrat müssen dem Gesetz allerdings noch zustimmen. Die Änderungen sollen zum 1. Januar 2027 starten.
Tausende Haushalte könnten ihr Wohngeld komplett verlieren
Neue Berechnungen zeigen erstmals genauer, wie groß die Auswirkungen werden könnten. Nach Angaben der Bundesregierung sollen rund 238.000 Haushalte ihren Anspruch auf Wohngeld vollständig verlieren. Die Regierung beruft sich dabei auf Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft. Im Jahr 2029, wenn die Reform ihre volle Wirkung entfaltet, sollen noch rund eine Million Haushalte Wohngeld bekommen. Auch für diese Haushalte sieht die Planung allerdings ein niedrigeres Leistungsniveau vor.
Die Regierung will dabei vor allem Haushalte am oberen Rand der Einkommensgrenzen treffen. Wer ein besonders niedriges Einkommen hat, soll von den Kürzungen weniger stark betroffen sein. Das Wohngeld richtet sich an Menschen, deren Einkommen grundsätzlich für den eigenen Lebensunterhalt reicht, bei denen die Wohnkosten aber zu einer zu großen Belastung werden. Dazu gehören Beschäftigte mit kleinen Einkommen, Familien, Alleinerziehende und viele Rentner. Wer bereits Grundsicherung erhält, bekommt dagegen normalerweise kein Wohngeld, weil dort die angemessenen Wohnkosten berücksichtigt werden.
Diese Änderungen sollen ab 2027 kommen – Wohngeld-Hammer
Besonders wichtig für Betroffene sind drei Punkte. Erstens beabsichtigt die Bundesregierung, die eigentlich für 2027 vorgesehene Erhöhung des Wohngeldes auszusetzen. Normalerweise wird die Leistung regelmäßig an die Entwicklung von Mieten und Preisen angepasst. Diese Erhöhung soll zunächst ausfallen. Zweitens will die Regierung die Heizkostenkomponente halbieren. Sie berücksichtigt pauschal einen Teil der Heizkosten bei der Berechnung des Wohngeldes. Gerade nach den starken Energiepreissprüngen der vergangenen Jahre hatte dieser Bestandteil an Bedeutung gewonnen.
Drittens soll sich die Berechnungsformel ändern. Dadurch können Haushalte künftig weniger Wohngeld erhalten oder ihren Anspruch ganz verlieren. Wie viel Geld die Betroffenen konkret verlieren, lässt sich deshalb nicht mit einem festen Betrag beantworten. Einkommen, Haushaltsgröße, Miethöhe und Wohnort spielen bei der Berechnung weiterhin eine wichtige Rolle. Wer aktuell Wohngeld bekommt, verliert seine Zahlung allerdings nicht von einem Tag auf den anderen. Ein bestehender Bewilligungsbescheid bleibt zunächst gültig.
(Quellen: Bundesregierung, Bundestag)














