Regierung will Jugendlichen ans Handy – jetzt drohen neue Verbote

Eine Nahaufnahme von mehreren Teenagern, die im Freien auf einer Mauer sitzen und auf ihre Smartphones schauen. Die Gesichter der Jugendlichen sind nicht erkennbar.
Symbolbild © istockphoto/FG Trade Latin

Die Smartphone- und Mediensucht junger Menschen steigt seit Jahren. Jetzt will die Regierung Kindern und Jugendlichen ans Handy: Um sie besser schützen zu können, soll sich einiges ändern. Viele zeigen ein problematisches Verhalten.

Ob in der Schule, im Kinderzimmer oder beim Abendessen am Tisch: Das Smartphone legen viele junge Menschen nicht mehr aus der Hand. Damit soll bald Schluss sein.

Deutschland gehört zu den traurigen Spitzenreitern

OECD-Daten schaffen traurige Gewissheit: Beim exzessiven Bildschirmkonsum von Kindern und Jugendlichen liegt Deutschland weit vorne. Es wurden 36 verschiedene Länder verglichen. Nur wenige Staaten, etwa Ungarn, Polen und Lettland, fallen noch negativer auf und belegen die obersten Ränge. Wenn junge Menschen stundenlang am Smartphone oder Tablet scrollen und in den sozialen Medien unterwegs sind, birgt das nachweislich gesundheitliche Gefahren: Psyche, Schlaf und das allgemeine Wohlbefinden leiden oftmals.

Zum Schutz: Regierung will Jugendlichen ans Handy

Eine Expertenkommission hat mehrere Empfehlungen zum Schutz von Kindern zusammengestellt, die von Bildungs- und Familienministerin Karin Prien im Kern unterstützt werden. Unter anderem fordert sie ein gesetzliches Mindestalter, das für die Verwendung von sozialen Medien gelten soll. Wer Instagram, Facebook und Co. nutzen will, soll demnach mindestens 13 Jahre alt sein. Sie spricht sich für eine EU-Lösung aus. Sofern sich der Abstimmungsprozess allerdings verzögert, sieht sie als Übergangslösung eine nationale Regelung für Deutschland vor.

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Ein totaler Ausschluss von Kindern ist allerdings nicht vorgesehen. Vielmehr schlägt Prien einen speziellen Plan mit Ausnahmen vor: Wenn Betreiber digitaler Plattformen die Sicherheit und Eignung für junge Menschen belegen können, sollen diese Anwendungen auch erlaubt sein. Dass Diskussionen rund um den Kinder- und Jugendschutz in Deutschland weiter Fahrt aufnehmen, hängt auch mit den Ereignissen in den USA zusammen. Dort hatten mehrere Staaten den Tech-Konzern Meta verklagt, weil sie diesem bewusst süchtig machende Plattform-Designs vorwarfen. Nun muss der Mutterkonzern von Instagram und Facebook eine Milliardensumme zahlen. Zudem wird die Nutzungszeit von Minderjährigen auf zwei Stunden täglich beschränkt. Welche Regelungen es künftig in der EU und in Deutschland geben wird, ist noch offen.

(Quellen: BMBFSFJ, Verbraucherzentrale Bundesverband e. V.)