Reiseveranstalter insolvent: Tausende Kunden zittern um ihr Geld

Ein einsamer Gepäckwagen mit Reisegepäck steht vor dem Terminal 1 eines Flughafens. Am Durchgang zum Terminal sind "Wichtige Grundregeln" verzeichnet, woraus sich schließen lässt, dass das Bild während der Pandemie entstanden ist.
Symbolbild © imago/snapshot

Ein bekannter Reiseveranstalter ist insolvent, weshalb bereits gebuchte Reisen und Ausflüge nun auf der Kippe stehen. Doch damit nicht genug: Inzwischen ermittelt sogar die Staatsanwaltschaft gegen das Unternehmen.

Die Zukunft für einen Reiseveranstalter aus Norddeutschland ist ungewiss. Nach einem bereits eingeleiteten Insolvenzverfahren stehen jetzt Veruntreuung und andere Delikte im Raum. Kunden sind verunsichert.

Reiseveranstalter insolvent: Eine ganze Gemeinde bangt

Bereits im vergangenen Sommer hat die Wangerland Touristik GmbH Insolvenz angemeldet. Als Grund gab Geschäftsführer Torsten Riedel damals primär die horrenden Baukosten für das neue Spa an. Ursprünglich sollte das „Thalasso Meeres Spa“ 8,8 Millionen Euro kosten. Letztlich überstieg die Summe den veranschlagten Betrag fast um das Dreifache. Mit beginnender Firmensanierung schloss die Friesland-Therme in Horumersiel, die zu Wangerland Touristik gehörte. Mitte Oktober folgte die Schließung des Meerwasser-Hallenbades in Hooksiel.

Daraufhin zeigten sich vorwiegend die Hoteliers der friesischen Gemeinde besorgt. Sie befürchteten das Ausbleiben von Gästen und somit große, finanzielle Einbußen. Beide Bäder stehen zum Verkauf. Der vormals zum Unternehmen gehörige Campingplatz Hooksiel ist bereits verkauft. Der Betrieb im unglückbringenden „Thalasso Meeres Spa“ läuft unterdessen weiter und wird auf der dazugehörigen Website des Reiseveranstalters weiterhin angepriesen.

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Reiseveranstalter insolvent – Reisende verunsichert

Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak verkündete im Herbst, dass es genauere Untersuchungen zur Insolvenz und den Verantwortlichen geben soll. Dabei wurde scheinbar einiges aufgedeckt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg mitteilte. Demnach gehe es um den Verdacht der Insolvenzverschleppung, der Untreue und der Verletzung der Buchführungspflicht. Verantwortlich dafür sei ein ehemaliger Mitarbeiter, zu dessen Identität man sich jedoch bedeckt hält.

Zu einer Anklage sei es noch nicht gekommen, da die Ermittlungen am Anfang stünden. Das trägt jedoch sicher nicht zur Erholung der Urlauber bei. Rutscht der Reiseveranstalter nämlich komplett in die Pleite und muss seinen Betrieb einstellen, ist es schwierig, im Voraus gezahlte Beträge zurückzuerlangen. In Bezug auf Pauschalreisen greift der Deutsche Reisesicherungsfonds, falls ein Reiseveranstalter insolvent ist.

(Quellen: staatsanwaltschaftliche Ermittlungen zum Insolvenzfall, Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters, Verbraucherzentrale Bundesverband)