Rekord: Aufsichtsrat der Deutschen Bank soll mehr Geld kriegen

Eine Person in Katzenmaske auf einer Demonstration. Auf den Plakaten im Hintergrund sind der CEO Alexander Wynaendts und die Aufschrift Fat Cat Day 2020 zu sehen.
Symbolbild © imago/ANP

Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank könnte künftig rund 1,4 Millionen Euro verdienen – deutlich mehr als bisher, was bei Aktionären und in der Öffentlichkeit für Diskussionen sorgen dürfte.

Die Deutsche Bank sorgt für Schlagzeilen: Ihr Aufsichtsratschef könnte bald eine Millionenvergütung kassieren – und das in einem Tempo, das viele erstaunt.

Rekordgehalt bei der Deutschen Bank

Alexander Wynaendts, seit Mai 2022 Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Bank, könnte bald noch tiefer in die Gehaltsskala eintauchen. Der Niederländer ist bereits jetzt der bestbezahlte Aufsichtsratschef aller Dax-Konzerne – bisher mit rund 950.000 Euro im Jahr. Doch nach Medienberichten plant die Bank eine satte Anhebung auf rund 1,4 Millionen Euro – fast die Hälfte mehr. Ein Sprecher der Bank wollte den Bericht bislang nicht kommentieren. Die Zustimmung der Aktionäre soll erst auf der Hauptversammlung 2026 erfolgen.

Für Alexander Wynaendts und die neunzehn anderen Mitglieder des Aufsichtsrats ist eine Grundvergütungserhöhung um zehn bis zwanzig Prozent geplant. Zudem will man künftig auch die Leitung von Ausschüssen, bisher nur bei anderen Mitgliedern zusätzlich vergütet, für den Aufsichtsratschef extra honorieren. Damit könnten allein für seine Ausschussarbeit bis zu 150.000 Euro extra auf sein Konto fließen.

Zwischen Spitzengewinnen und Spitzengehältern

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Aufsichtsräte arbeiten nicht im Tagesgeschäft – sie überwachen und kontrollieren den Vorstand. Trotzdem verlangt der Posten erhebliche Vor- und Nachbereitungszeit, besonders für den Vorsitzenden. Wynaendts jongliert dabei gleich mehrere Rollen: Neben der Deutschen Bank sitzt er unter anderem bei Air France-KLM, Uber und der niederländischen Investmentgesellschaft Puissance in Aufsichtsgremien.

Die Bank selbst begründet die geplante Gehaltserhöhung damit, dass die Vergütung seit über zehn Jahren nicht angepasst wurde und man sich mit führenden europäischen Banken messen müsse. Dort liegen die Honorare für vergleichbare Positionen deutlich höher. Parallel fährt die Deutsche Bank glänzende Zahlen ein. Im dritten Quartal erzielte das Geldhaus nach Steuern und Anteilen Dritter 1,56 Milliarden Euro Gewinn. Ein Rekordwert, der die Erwartungen der Analysten deutlich übertraf. Wynaendts selbst wurde kürzlich für eine weitere vierjährige Amtszeit nominiert. „Gemeinsam mit dem Management und allen Mitarbeitenden werden wir weiter daran arbeiten, uns auf unsere Kunden zu konzentrieren, noch mehr Wert für unsere Aktionäre zu schaffen, ein guter Arbeitgeber zu sein und unseren gesellschaftlichen Beitrag zu leisten“, erklärte der Aufsichtsratschef. Ob die Aktionäre das ebenso sehen, wird sich bei der Hauptversammlung im Frühjahr 2026 zeigen.

(Quellen: Aufsichtsrat Deutsche Bank, dpa)