Rekordwerte: West-Nil-Virus breitet sich an deutscher Grenze aus

Ein Mann in einem Schutzanzug, der auch den Kopf bedeckt. Er hat zusätzlich eine durchsichtige Schutzbrille auf sowie eine Atemmaske mit Filter. Der Hintergrund des Bildes ist grau und verschwommen. Man versucht sich offenbar vor einem Virus oder einer Seuche zu schützen.
Symbolbild © imago/IPON

Hier muss man nun besonders vorsichtig sein, denn das West-Nil-Virus breitet sich derzeit an der deutschen Grenze aus. Die Experten sind alarmiert und raten zu extremer Vorsicht.

Inzwischen breitet sich das West-Nil-Virus an der deutschen Grenze aus. Die Experten beobachten das mit großer Sorge. Die Bevölkerung sollte sich gut darauf einstellen.

Virus breitet sich immer weiter aus

Das gefährliche West-Nil-Virus rückt immer näher an Deutschland heran. In Österreich gab es im vergangenen Jahr so viele Infektionen mit dem Virus wie nie zuvor. Insgesamt meldeten die Behörden 37 Fälle – das ist ein neuer Höchststand. Besonders besorgniserregend: Mehr als die Hälfte der Erkrankten entwickelte schwere Symptome und man musste sie im Krankenhaus behandeln. Einige Experten gehen inzwischen sogar davon aus, dass sich das Virus mittlerweile im deutschen Nachbarland etabliert hat.

Übertragen wird das West-Nil-Virus durch die heimische Stechmücke. Diese infizieren sich durch Vögel und geben das Virus anschließend an den Menschen weiter. Viele Infektionen verlaufen komplett symptomlos oder gehen nur mit milden Beschwerden einher. Dazu zählen Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Jedoch kann es in einigen Fällen – insbesondere bei älteren Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen – auch zu schweren neurologischen Komplikationen wie einer Gehirnentzündung oder Hirnhautentzündung kommen.

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Besonders betroffen vom West-Nil-Virus in Österreich ist das nördliche Burgenland. Dort wurde zusätzlich eine Virusvariante nachgewiesen, die bislang hauptsächlich in Süd- und Südosteuropa verbreitet war. Dass das Virus nun in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenze auftritt, besorgt die Experten.

Experten raten zu extremer Vorsicht

Seit 2018 werden in Deutschland wiederholt Fälle registriert, bei denen die Ansteckung im Inland erfolgte. Hauptsächlich im Sommer steigt das Risiko, da zu dieser Zeit besonders viele Mücken unterwegs sind. Die klimatischen Veränderungen fördern die Ausbreitung zusätzlich. Längere Hitzeperioden und milde Winter schaffen günstige Bedingungen für die Mücken.

Einen Impfstoff gegen das West-Nil-Virus gibt es bisher weiterhin nicht. Schutz besteht daher hauptsächlich durch Präventionsmaßnahmen wie lange Kleidung, Insektenschutzmittel, Fliegengitter und das Vermeiden von stehendem Wasser auf dem Balkon oder in Gärten. Experten raten insbesondere Risikogruppen zur Vorsicht.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Medizinische Universität Wien, AGES, Robert Koch-Institut)