Riesen-Asteroid rast an der Erde vorbei – „So nah wie nie zuvor“

Ein grauer, unregelmäßig geformter Asteroid im Vordergrund. Im Hintergrund sieht man den Mond mit seinen zahlreichen Einschlagkratern und hellen Strahlenmustern.
Symbolbild © istockphoto/mikdam

Ein riesiger Asteroid ist an der Erde vorbeigerast – und kam unserem Planeten so nah wie lange nicht mehr. Warum Experten den Himmelskörper ganz genau beobachteten.

Ein gewaltiger Himmelsbrocken sorgte jüngst für Aufsehen. Sein Vorbeiflug ließ Astronomen besonders genau hinschauen – und lieferte wichtige Erkenntnisse für die Zukunft.

Ein Gigant mit ungewisser Größe

Ein Brocken aus den Tiefen des Alls hat am vergangenen Wochenende für große Aufmerksamkeit gesorgt. Der Asteroid 1997 NC1 kam der Erde so nah wie seit rund 400 Jahren nicht mehr. Mit einer Entfernung von etwa 2,56 Millionen Kilometern rauschte der Himmelskörper an unserem Planeten vorbei. Der Asteroid war lediglich 6,6-mal so weit entfernt wie der Mond. Erst im Jahr 2133 wird er der Erde voraussichtlich wieder ähnlich nahe kommen. Wie groß 1997 NC1 tatsächlich ist, können Forscher bislang nicht exakt sagen. Nach aktuellen Schätzungen besitzt der Asteroid einen Durchmesser zwischen rund 700 Metern und 1,6 Kilometern. Damit zählt er zu den größten Asteroiden, die unserem Planeten in den vergangenen Jahren vergleichsweise nahe gekommen sind.

Trotz der geringen Distanz bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Erde. Dennoch wird 1997 NC1 von der NASA als „potenziell gefährlicher Asteroid“ eingestuft. Diese Bezeichnung bedeutet jedoch nicht, dass ein Einschlag unmittelbar droht. Vielmehr erhalten alle Himmelskörper dieses Prädikat, die der Erdbahn relativ nahe kommen und eine bestimmte Größe überschreiten. Mit bloßem Auge war der Asteroid allerdings nicht zu erkennen. Wer den spektakulären Vorbeiflug verfolgen wollte, benötigte ein Teleskop oder ein leistungsstarkes Fernglas. Das italienische Virtual Telescope Project übertrug das Ereignis außerdem live im Internet.

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Warum jeder Vorbeiflug so wichtig ist

Asteroiden können ihre Flugbahn durch verschiedene Einflüsse im Laufe der Zeit verändern. Deshalb wird jede Begegnung mit der Erde genau analysiert. Die gewonnenen Daten helfen dabei, mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen. Seit Jahren arbeiten Wissenschaftler deshalb an einer sogenannten „Planetary Defense“. Ziel ist es, gefährliche Asteroiden rechtzeitig abzulenken. Dass das grundsätzlich funktionieren kann, zeigte bereits ein Test im Jahr 2022. Damals veränderte eine Raumsonde erfolgreich die Umlaufbahn des Asteroidenmondes Dimorphos. Die europäische Sonde Hera soll nun untersuchen, wie wirksam dieser Eingriff tatsächlich war.

Entscheidend ist dabei hauptsächlich eines: Zeit. Wird ein gefährlicher Asteroid viele Jahre vor einem möglichen Einschlag entdeckt, genügt oft schon eine minimale Kursänderung, damit die Erde später sicher verfehlt wird. Erfolgt die Entdeckung dagegen erst kurz vor einer möglichen Kollision, bliebe im schlimmsten Fall nur noch Zeit, betroffene Regionen zu evakuieren.

(Quellen: NASA Center for Near Earth Object Studies, European Space Agency, International Astronomical Union Minor Planet Center)