
Die Riester-Rente steht vor dem Aus – und für Millionen Sparer beginnt jetzt die heiße Phase. Wer falsch reagiert, riskiert finanzielle Nachteile und lange Wartezeiten beim Wechsel.
Riester vor dem Aus: Millionen Sparer ahnen noch nicht, was ab 2027 auf sie zukommt. Vor allem beim Wechsel drohen Chaos, Wartezeiten und teure Fehler.
Der große Ansturm könnte zum Problem werden
Die Riester-Rente sollte Deutschlands große Antwort auf die Angst vor Altersarmut sein. Doch für viele Sparer wurde sie zum Frust-Projekt. Niedrige Renditen, hohe Kosten und komplizierte Regeln sorgen seit Jahren für Ärger. Jetzt steht fest: Ab 2027 ist Schluss. Die Politik ersetzt die Riester-Rente durch das neue Altersvorsorgedepot (AVD). Viele Sparer dürften erst jetzt merken, wie schlecht sich ihre bisherigen Verträge tatsächlich rechnen. In zahlreichen Fällen müssten Riester-Kunden 90, 95 oder sogar 100 Jahre alt werden, damit sie ihr eingezahltes Geld überhaupt wieder vollständig herausbekommen.
Das neue Altersvorsorgedepot soll vieles besser machen: mehr Renditechancen, niedrigere Kosten, mehr Freiheit bei der Auszahlung und die Möglichkeit, staatlich gefördert am Kapitalmarkt zu investieren. Laut einer Umfrage wollen 46 Prozent der Befragten direkt am 1. Januar 2027 loslegen. Experten rechnen damit, dass zum Start hunderttausende Menschen gleichzeitig ein neues Depot eröffnen wollen. Die Folgen könnten lange Wartezeiten, überlastete Systeme und verzögerte Identitätsprüfungen sein. Viele Betroffene denken bereits darüber nach, ihren alten Riester-Vertrag einfach zu kündigen. Doch genau davor warnen Fachleute eindringlich. Eine Kündigung gilt als sogenannte schädliche Verwendung. Das bedeutet: Staatliche Zulagen und Steuervorteile müssten unter Umständen vollständig zurückgezahlt werden.
Warum Kündigen jetzt richtig teuer werden kann
Deutlich sinnvoller kann es sein, den Vertrag beitragsfrei zu stellen. Das angesparte Kapital bleibt dabei erhalten, nur neue Einzahlungen entfallen. Spätere staatliche Zulagen gibt es dann allerdings nicht mehr. Für viele Sparer ist das trotzdem die bessere Lösung, bis der Wechsel ins neue Altersvorsorgedepot möglich wird. Denn ab Januar 2027 soll das vorhandene Riester-Guthaben in die neuen Vorsorgeprodukte übertragen werden können.
Wer kurz vor der Rente steht, hat außerdem mehrere Möglichkeiten bei der Auszahlung. Neben der klassischen lebenslangen Zusatzrente ist auch eine Teilauszahlung möglich. Bis zu dreißig Prozent des Kapitals dürfen auf einmal entnommen werden. Oder aber man nutzt das Geld für selbst genutztes Wohneigentum. Und wer nur wenig angespart hat, bekommt das Geld häufig automatisch als Einmalbetrag ausgezahlt.
(Quellen: Bundesregierung, Altersvorsorgepläne, Finanzexperten, dpa)














