RKI meldet: Gefährliches Virus erstmals im Abwasser entdeckt

Ein Schild mit dem Zeichen und der Aufschrift für das Robert Koch Institut (kurz RKI). Das Schild hat einen altmodischen Rahmen aus Holz mit gusseisernen Beschlägen und hängt an einem gelben Haus.
Symbolbild © istockphoto/FooTToo

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet ein gefährliches Virus im Abwasser. Die infektiösen Partikel entdeckte ein Forschungsprojekt, das fortlaufend Proben entnimmt und diese untersucht. Nun sorgt sich die Bevölkerung.

Seit Jahrzehnten galt das Virus hierzulande als ausgerottet, doch jetzt ist es wieder aufgetaucht. Viele Menschen machen sich nun Sorgen, da das Virus hochansteckend ist und schlimme Folgen haben kann.

RKI veröffentlicht Virus-Meldung

Ein Forschungsteam des Nationalen Referenzzentrums für Poliomyelitis und Enteroviren (NRZ PE), das vom Robert Koch-Institut koordiniert wird, entnimmt regelmäßig Abwasserproben in ganz Deutschland, um diese auf Polioviren zu untersuchen. Bei den Untersuchungen im Oktober konnten die Forscher in einer Probe tatsächlich Polioviren nachweisen. Erstmals vermeldete das RKI Ende 2024 Polioviren vom Typ 2 im Abwasser. Woher die aktuelle Probe stammt, ist nicht bekannt. In den letzten Veröffentlichungen gab das Institut die Einzugsgebiete Dresden, Mainz, München, Stuttgart, Düsseldorf und Hamburg an. Allerdings tritt nun zum ersten Mal das Wild-Poliovirus Typ 1 auf. Weltweit kommt dieses eigentlich nur noch in Afghanistan und Pakistan vor. Die letzten Fälle gab es in Deutschland Anfang der neunziger Jahre.

Lesen Sie auch
Geld-Anspruch steht Millionen Eltern zu – "Auch 2026 gesichert"

RKI gibt leichte Entwarnung – Impfquote in Deutschland ist hoch

Klinische Erkrankungen an Poliomyelitis seien dem RKI bislang nicht gemeldet worden. Das Virus gilt als sehr ansteckend und überträgt sich durch eine Schmierinfektion (Stuhl–Hand–Mund). Poliomyelitis kann im schlimmsten Fall zu dauerhaften Lähmungen führen – vor allem bei Menschen, die nicht dagegen geimpft sind. Weiterhin ist die im Volksmund als Kinderlähmung bezeichnete Krankheit besonders für Babys, Kinder und Jugendliche gefährlich. In Deutschland sei die Impfquote jedoch flächendeckend sehr hoch.

Zwar ist dies ein Rückschlag für die jahrelangen Bemühungen, die Krankheit auszurotten, jedoch handelt es sich bislang um einen Einzelfund im Abwasser. Das Forschungsprojekt soll dafür sorgen, das Virus frühzeitig zu entdecken, sodass im Notfall schnelle Reaktionen erfolgen können. Aus diesen Gründen hält das RKI eine Ausbreitung für unwahrscheinlich. Der Totimpfstoff, der hierzulande eingesetzt wird, gilt als äußerst zuverlässig. Dieser schützt vor dem Ausbruch von Poliomyelitis, jedoch nicht vor der Infektion und der Weitergabe des Virus.

(Quellen: Auswärtiges Amt, Robert-Koch-Institut, Infektionsschutz)