
Jedes Kind kommt mit dem RS-Virus irgendwann in Kontakt. Da die Krankheit auch schwere Fälle zur Folge haben kann, soll ein neuer Schutz genau diese stoppen. Nach ersten Erkenntnissen kommt die neue Impfung bei den Eltern gut an.
Zwar gibt es einen Impfstoff gegen das RSV. Allerdings lehnen Eltern diesen ab, da die Kinder zum empfohlenen Impfzeitpunkt noch sehr jung sind. Ein neuer Schutz soll auch schwere Fälle stoppen und wird von den Eltern deutlich besser angenommen.
Von harmlos bis Beatmung: Schwere Verläufe treffen die Kleinsten am meisten
Das RS-Virus (kurz für: Respiratorisches Synzytial-Virus) ist ein weltweit verbreiteter, hochgradig ansteckender Erreger von Atemwegsinfektionen, der besonders für Säuglinge und Neugeborene gefährlich werden kann. Bei den meisten Kindern und Erwachsenen verläuft eine Infektion mild und ähnelt einer gewöhnlichen Erkältung. Da das Immunsystem von Babys jedoch noch nicht ausgereift ist und ihre Atemwege sehr eng sind, kann sich das Virus schnell auf die unteren Atemwege ausbreiten und eine schwere Bronchiolitis oder Lungenentzündung auslösen.
Neuer Schutz soll schwere Fälle stoppen – Kinderärzte sprechen von Gamechanger
Die neuartige RSV-Prophylaxe für Säuglinge ist keine klassische Schutzimpfung, sondern eine passive Immunisierung. Da es bis heute keinen klassischen Impfstoff gibt, der Babys direkt gespritzt werden darf, injiziert man ihnen stattdessen im Labor hergestellte, langwirksame monoklonale Antikörper. Diese Antikörper legen sich wie ein Schutzschild über die Zellen in den Atemwegen und blockieren das Virus sofort nach der Verabreichung. In Studien zeigten diese Präparate eine enorme Wirkung. Sie verhindern rund 80 bis 90 % der schweren RSV-Krankheitsverläufe und damit notwendige Krankenhausaufenthalte.
Die Ständige Impfkommission (kurz STIKO) empfiehlt diese Vorsorge standardmäßig für alle Neugeborenen und Säuglinge vor oder während ihrer ersten RSV-Wintersaison. Die Antikörper bieten einen direkten Schutz, bauen sich jedoch nach etwa fünf bis sechs Monaten wieder im Körper ab. Deshalb ist der richtige Zeitpunkt der Immunisierung entscheidend. Babys, die zwischen April und September geboren sind, erhalten die Dosis im Herbst, möglichst zwischen September und November, in der Kinderarztpraxis, bevor die große RSV-Welle rollt. Babys, die zwischen Oktober und März geboren werden, erhalten die Dosis direkt nach der Geburt im Krankenhaus.
(Quellen: RKI, STIKO, SR)














