
RWE-Chef Markus Krebber warnt eindringlich vor Strom-Knappheit und steigenden Energiepreisen im kommenden Winter. Verbraucher müssten sich auf hohe Abschläge und Nachzahlungen im kommenden Jahr einstellen.
Noch eine schlechte Nachricht kommt auf die Bürger in Deutschland zu. So warnt der RWE-Chef bereits jetzt davor, dass der Strom knapp werden könnte und die Preise entsprechend anziehen können.
Angespannte Lage: Experten warnen vor Folgen
Die aktuelle Lage bei den Gas- und Stromreserven in Deutschland ist stabil, aber spürbar angespannter als in den vergangenen beiden Jahren. Vor allem bei den Gasspeichern zeichnet sich vor Beginn der Heizperiode ein verändertes Bild ab. Die deutschen Gasspeicher sind aktuell zu rund 55 Prozent gefüllt. Zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr lag der Wert bei über 74 Prozent. Grund dafür sind gelockerte staatliche Mindestvorgaben und eine langsamere Einspeicherung im Sommer.
Bis zum Stichtag am 1. November müssen die Speicher laut Bundesnetzagentur zu mindestens 80 Prozent gefüllt sein. Experten halten dieses Ziel bei der aktuellen Einspeicherquote für knapp, aber noch machbar. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht aktuell keine Gefahr für Engpässe. Deutschland ist durch neue Pipeline-Importe vor allem aus Norwegen und die eigenen Flüssigerdgas-Terminals deutlich breiter aufgestellt. Experten warnen jedoch davor, dass ein eisiger, sehr harter Winter die Speicher bereits bis zum Februar leeren könnte.
RWE-Chef warnt vor Strom-Knappheit Verbraucher stehen vor möglicher Verteuerung
Vor letzterem Problem sieht auch RWE-Chef Markus Krebber Deutschland. Das Land stehe unter anderem vor massiven Herausforderungen. Deshalb rechne er mit höheren Preisen für die Verbraucher. Zudem hat ein weltweites Wettrennen um Stromkapazitäten begonnen. Neue KI-Rechenzentren benötigen teilweise so viel Leistung wie mehrere Kernkraftwerke. Wenn Deutschland das Stromangebot nicht massiv und schnell erhöht, drohen laut Krebber in fünf Jahren harte „Verteilungskämpfe“ um Energie. Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten belasten den Energiemarkt zusätzlich und lassen die Rohstoffpreise steigen.
Zusätzlich zur Marktknappheit warnt der RWE-Chef vor physischen Gefahren für das Stromnetz. Nach einer Serie von Sabotage-Angriffen, bei denen unter anderem 21 Sprengvorrichtungen an Hochspannungstrassen entdeckt wurden, fordert Krebber drastische Konsequenzen. Technische Pläne und Standorte kritischer Infrastruktur dürfen nicht länger öffentlich einsehbar sein. Zudem müssen Energieunternehmen laut Krebber die Erlaubnis erhalten, Bedrohungslagen im öffentlichen Raum frühzeitig zu überwachen.
(Quellen: RWE, BNetzA)














