
In Deutschland treten seit Jahren wiederholt Infektionen mit Salmonella Strathcona auf. Besonders im Spätsommer und Herbst steigen die Fallzahlen. Untersuchungen führen die Krankheitswellen immer wieder auf kleine Tomaten aus Sizilien zurück. Das RKI warnt.
Das Robert Koch-Institut beobachtet seit mehreren Jahren saisonale Häufungen von Infektionen mit Salmonella Strathcona. Vor allem in den späteren Sommermonaten und im Herbst steigen die gemeldeten Fälle regelmäßig an. In der Saison 2025/2026 registrierte das RKI bundesweit insgesamt 116 Fälle.
Diese Lebensmittel übertragen Salmonellen
Salmonellen verursachen Infektionen, wenn Menschen die Bakterien über den Mund aufnehmen. Häufig geschieht das über verunreinigte Lebensmittel. Beim aktuellen Strathcona-Geschehen weisen Untersuchungen wiederholt auf kleine Tomaten aus Sizilien als möglichen Übertragungsweg hin. Italienische Behörden fanden den Erreger außerdem im Bewässerungswasser eines landwirtschaftlichen Produktionsbetriebs. Dadurch können Bakterien bereits beim Anbau mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Zusätzlich können Krankheitserreger bei der Zubereitung von belasteten Lebensmitteln auf andere Speisen oder Oberflächen gelangen. Gesundheitsbehörden empfehlen deshalb gründliches Händewaschen, das Abspülen frischer Lebensmittel und eine getrennte Verarbeitung unterschiedlicher Lebensmittel, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden.
Salmonella Strathcona breitet sich aus: RKI warnt
Eine Salmonellose betrifft in der Regel den Magen-Darm-Trakt. Erkrankte entwickeln häufig plötzlich Durchfall und Bauchschmerzen, außerdem können Erbrechen, Kopfschmerzen und Fieber auftreten. Die Beschwerden halten häufig mehrere Tage an. Besonders für Kleinkinder und ältere Menschen kann der Flüssigkeitsverlust problematisch werden. In seltenen Fällen gelangen die Bakterien über den Darm hinaus in den Körper und verursachen schwerere Erkrankungen. Das RKI nennt unter anderem eine Sepsis sowie Infektionen verschiedener Organe als mögliche Komplikationen. Ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe besteht insbesondere bei älteren und immungeschwächten Menschen.
Das Infektionsgeschehen beschränkt sich nicht auf Deutschland. Zwischen Januar 2023 und Ende September 2025 meldeten 17 EU- und EWR-Staaten insgesamt 437 bestätigte Fälle des betreffenden Salmonella-Strathcona-Stamms. Besonders viele Infektionen verzeichneten Italien mit 123 Fällen, Deutschland mit 113 Fällen und Österreich mit 76 Fällen. Auch Frankreich, Dänemark, Schweden und weitere europäische Staaten meldeten Erkrankungen. Darüber hinaus registrierten Behörden Fälle im Vereinigten Königreich, in Kanada und in den USA. Bei Erkrankten mit einem Reisebezug tauchte Italien besonders häufig als vorheriges Reiseziel auf. Die europäischen Behörden verfolgen das Geschehen deshalb weiterhin länderübergreifend.
(Quellen: Robert Koch-Institut (RKI), ECDC, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














