
Wölfe breiten sich in Deutschland seit Jahren wieder aus und sorgen zunehmend für Diskussionen. Nach schweren Angriffen auf Dutzende Schafe in Niedersachsen planen Behörden nun erstmals konkrete Maßnahmen gegen mehrere Tiere.
In Deutschland leben inzwischen wieder zahlreiche Wölfe in freier Wildbahn. In einigen Bundesländern breiten sich Wölfe seit Jahren wieder aus. Erst kürzlich wurden in Niedersachsen Dutzende Schafe getötet. Dadurch wächst auch die Debatte über den Umgang mit den Raubtieren.
Mehr Sichtungen im Frühjahr: Wölfe werden wieder aktiver
Wölfe zeigen sich je nach Jahreszeit unterschiedlich aktiv. Besonders im Frühjahr und Sommer steigt ihre Aktivität, weil viele Tiere dann auf Nahrungssuche gehen und Jungtiere versorgen. Gleichzeitig legen Wölfe in dieser Zeit oft größere Strecken zurück. Auch im Herbst und Winter bewegen sich Rudel verstärkt durch ihre Reviere, da sie neue Gebiete erkunden oder Beute suchen. Experten beobachten deshalb gerade in bestimmten Monaten mehr Sichtungen und Spuren. Zudem erhöht sich in dieser Zeit das Risiko, dass Wölfe auf Weidetiere treffen, wenn Schutzmaßnahmen fehlen oder Herden offen zugänglich bleiben.
Dutzende Schafe getötet: Behörden planen Abschuss
Für andere Tiere stellen Wölfe vor allem als Raubtiere eine Gefahr dar. Besonders Schafe, Ziegen oder kleinere Nutztiere geraten immer wieder ins Visier der Tiere. Landwirte berichten deshalb regelmäßig über gerissene oder verletzte Tiere auf Weiden. Gleichzeitig betonen Experten, dass Wölfe in erster Linie Wildtiere wie Rehe oder Wildschweine jagen. Viele Tierhalter setzen inzwischen auf Zäune, Herdenschutzhunde oder zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, um Angriffe zu verhindern. Trotz solcher Vorkehrungen kommt es jedoch weiterhin zu einzelnen Vorfällen.
Nach schweren Angriffen auf Schafe in Füchtenfeld im Landkreis Grafschaft Bentheim wollen die Behörden nun zwei Wölfe töten lassen. Nach Angaben des Landkreises dürfen Jäger die Tiere allerdings nur auf der betroffenen Weidefläche und lediglich bis zum 15. Juni schießen. Hintergrund ist die Annahme, dass mehrere Wölfe an den Angriffen beteiligt waren. Innerhalb von zwei Nächten starben rund 60 Schafe, außerdem verletzten die Tiere mehr als 100 weitere. Es handelt sich um den bislang größten nachgewiesenen Wolfsangriff in Niedersachsen, der in der Grafschaft Bentheim registriert wurde.
(Quellen: Wolfsmonitoring Niedersachsen, Landkreis Grafschaft Bentheim, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, dpa, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














