Schlussstrich: Neue Merz-Pläne bringen Energiewende ins Wanken

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz steht vor einem Rednerpult und hält eine Rede. Im Hintergrund ist eine EU-Flagge zu sehen. Daneben stehen die Flaggen von Deutschland und Zypern.
Symbolbild © imago/Future Image

Aktuell kriselt es in Deutschland an allen Ecken und die Politik muss ran. Nun könnten aktuelle Merz-Pläne die Energiewende ins Wanken bringen und das auch noch zur Zeit der weltweiten Ölkrise.

Deutschland steckt in der Krise und viele Bürger hoffen auf Hilfe von der Politik, vor allem bei den Spritpreisen und den Energiepreisen im Land. Nun gibt es Pläne von Bundeskanzler Merz, die die Energiewende auch noch ins Wanken bringen könnten.

Wenn der Strom plötzlich komplizierter wird als gedacht

Deutschlands Energiewende schreitet sichtbar voran. Neue Windräder und Solaranlagen entstehen vielerorts, gleichzeitig steigt der Strombedarf durch E-Autos und Wärmepumpen spürbar an. Doch hinter diesem Ausbau wächst ein Problem, das lange unterschätzt wurde: die Stromnetze. Denn Strom muss genau dann verfügbar sein, wenn er gebraucht wird. Ist das Netz überlastet, müssen Anlagen gedrosselt werden. Diese Eingriffe – sogenannte Redispatch-Maßnahmen – kosten bereits heute Milliarden und werden über den Strompreis indirekt von Verbrauchern bezahlt.

Genau hier setzt der neue Kurs der Regierung rund um Friedrich Merz an. Den Ausbau erneuerbarer Energien will man stärker an die vorhandenen Netzkapazitäten koppeln. Das klingt nach effizienter Planung, sorgt aber für erhebliche Unsicherheit in der Branche. Wer Stromkosten senken will, kann dabei schon jetzt reagieren. Flexible Tarife, bei denen Strom nachts oder mittags günstiger ist, bieten Einsparpotenzial. Besonders Haushalte mit E-Auto oder Wärmepumpe profitieren davon.

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Energie-Plan & Strompreise: Für Millionen Haushalte wird es ernst

Kern des neuen Plans ist eine entscheidende Änderung: In Regionen mit überlasteten Netzen sollen Betreiber von Wind- und Solaranlagen künftig auf finanzielle Ausgleichszahlungen verzichten. Das erhöht das Risiko für neue Projekte erheblich. Die Folge: Investitionen könnten ins Stocken geraten. Schätzungen zufolge stehen Projekte im Wert von rund 40 Milliarden Euro auf der Kippe. Weniger neue Anlagen bedeuten jedoch auch weniger günstigen Strom. Denn der Strompreis orientiert sich häufig an der teuersten Energiequelle.

Je mehr erneuerbare Energien im Netz sind, desto stärker sinken dann auch langfristig die Strompreise. Verzögerungen beim Ausbau wirken daher oft direkt auf die Kosten für Verbraucher. Und mit den neuen Vorgaben und Merz-Plänen gerät der bisherige Kurs der Energiewende spürbar ins Stocken. Entscheidend wird nun sein, ob die Politik nachjustiert – oder ob die Folgen langfristig bei den Haushalten ankommen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Bundeswirtschaftsministerium, Statistisches Bundesamt, Agora Energiewende, Bundesnetzagentur)