
Deutschland leiht sich 203 Milliarden Euro und macht damit einen Schuldenberg von großem Ausmaß. Allen Kritikern zum Trotz hält die Regierung an diesem Plan für den Haushalt 2027 fest.
Trotz massiver Einsparungen: Ohne Schulden geht es nicht
Die Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz und Finanzminister Lars Klingbeil spart in ihren aktuellen Haushalten primär im Sozialbereich und bei der internationalen Entwicklungszusammenarbeit ein. Weil Großressorts wie die Verteidigung massiv ausgebaut werden, müssen andere Ministerien erhebliche Kürzungen hinnehmen, um die gesetzliche Schuldenbremse einzuhalten. Finanzminister Klingbeil hat den einzelnen Ministerien eine strikte Sparvorgabe auferlegt. Zusätzlich zu einer bereits verabredeten Einsparung von einem Prozent müssen die Ressorts im Zuge der aktuellen Haushaltsaufstellung weitere zwei Prozent einsparen, was zu internen Streichungen bei Sachmitteln, Verwaltung und Projekten führt. Um Löcher im Etat zu stopfen, plündert der Bund schrittweise seine eigenen Reserven, die sogenannte Asyl- und Haushaltsrücklage, die bis auf einen kleinen Restbetrag fast vollständig aufgebraucht wird.
Deutschland leiht sich 203 Milliarden – das sind die Folgen
Die Bundesregierung plant für das Haushaltsjahr 2027 eine historische Rekord-Neuverschuldung von insgesamt rund 203,7 Milliarden Euro. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat diesen Entwurf bereits in den Bundestag eingebracht. Dabei setzt sich die enorme Summe aus drei verschiedenen Töpfen zusammen. 118,7 Milliarden Euro fließen direkt in den regulären Bundeshaushalt. Und 54,9 Milliarden Euro werden über Kredite für Schienen, Brücken und Straßen aufgenommen. Weitere 30,0 Milliarden Euro werden zusätzlich für die militärische Aufrüstung und Ausstattung geliehen. Damit steigen die Gesamtausgaben des Bundes 2027 auf ein Rekordhoch von 555,4 Milliarden Euro.
Für die Wirtschaft, die Bürger und Deutschland hat dies jedoch weitreichende Folgen. Im Jahr 2027 muss Deutschland voraussichtlich rund 42 Milliarden Euro allein für Zinsen an seine Gläubiger zahlen. Dieses Geld finanzieren komplett die Steuerzahler, fehlt jedoch spürbar an anderer Stelle. Weil ein immer größerer Teil des Haushalts für Zinszahlungen und den Schuldendienst draufgeht, muss der Bund an anderen Ecken weiter den Rotstift ansetzen. Für Bürger bedeutet das konkret: Kürzungen beim Bürgergeld, weniger Geld für den Klimaschutz und ein strengerer Sparkurs in den Kommunen. Zudem besteht die Gefahr höherer Steuern und einer sinkenden Bonität des deutschen Staates.
(Quellen: BMF, Bundestag, BRH)














